Neue Abschreibung (Pool) wenn Verkauf im gleichen Jahr?

  • Hallo,


    vorweg: Ich habe mit Kauf / Verkauf von Ware bisher keinerlei Erfahrung. Von daher bitte ich da um etwas Nachsicht. Ich erwirtschafte meinen Umsatz zu 100% mit Dienstleistungen.


    Ich benötige für ein Projekt an dem ich arbeite für 3 Monate 5 Rechner als Testgeräte meiner Software. Also will ich mir diese 5 Rechner für ca. 5 x 600 Euro zzgl. Mwst. kaufen. Dann arbeite ich ca. 3-4 Monate mit diesen Rechnern und verkaufe diese anschließend als Gebrauchtware (z.B. bei Ebay oder wo auch immer).


    So wie ich das verstehe hätte ich dann (angenommen ich verkaufe diese für 400 Euro / Stück):


    2008 Vorsteuer: 570 Euro
    2008 Afa (1/5): 600 Euro
    2008 Einnahme aus Verkauf: 2000 Euro
    2008 Mehrwertsteuer: 380 Euro


    2009 - 2011 hätte ich dann jeweils noch eine Ausgabe von 600 Euro


    Das heisst, obwohl ich eigentlich direkt einen Verlust von 1000 Euro gemacht habe (Kauf für 600, Verkauf für 400 und das 5x) müsste ich 2008 eine Gewinnerhöhung von ca. 1200 Euro verbuchen und die Verluste darf ich dann erst die nächsten 4 Jahre verbuchen obwohl ich noch gar nicht weiss ob ich da überhaupt noch Einkommen habe gegen das ich die Verluste aufrechnen darf?


    Das kann doch bei sowas nicht wirklich der Ernst des FA sein oder?


    Gibt es für sowas wie "Testgeräte", "Ausstellungsstücke" oder sonstwas keine Möglichkeit diesen Pool bei Geräten < 1000 Euro zu umgehen?


    Bis 2007 hätte ich ja den Verlust durch Abschreibung des Restwertes komplett in dem Jahr gehabt.


  • ich sehe solche Einkäufe als "Wareneinkäufe" und somit gleich als Aufwand.


    Wenn das geht wäre das natürlich das beste.



    Nur mal so ein Tipp: eine steuerliche Beratung!


    Dann hätte ich mir und wahrscheinlich auch 95% der anderen in diesem Forum die Anmeldung sparen können oder? Praktisch alle Fragen die hier in diesem "Unterforum" Steuern & Buchhaltung gestellt und diskutiert werden könnte ein Steuerberater beantworten.



    Denn GWG`s sind Anlagevermögen!


    GWG ist doch lt. meinem Kenntnisstand bis 2007 alles was >=60 € und <410 € und ab 2008 alles was >=60 € und < 150 € ist. Ein Rechner für 600 € lief doch bis 2007 als Afa und läuft ab 2008 (da >=150 € und < 1000 €) als Pool-Abschreibung. Kann also in diesem Zusammenhang in keinem der Jahre mit dem Begriff GWG was anfangen?


    Oder meinst Du dass ich die Rechner in dem Fall (Ware => späterer Verkauf) in die GWG-Liste aufnehmen soll und dann dort den Abgang mit Datum und an wen verkauft dokumentieren muss?

  • http://www.traum-projekt.com/f…euerrecht.html#post808710

    Zitat

    1. AK / HK bis 150 EUR
    (Zwingende) Behandlung als GWG (sofortige Betriebsausgabe im Jahr der Anschaffung / Herstellung / Einlage)
    2. AK / HK von 151 EUR bis 1.000 EUR
    (Zwingende) Gruppenbewertung mit Auflösung des Sammelpostens im Jahr der Anschaffung / Herstellung und den vier folgenden Wirtschaftsjahren mit jeweils einem Fünftel.
    3. AK / HK über 1.000 EUR
    Lineare AfA nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (grds. wie bisher, aber keine degressive AfA mehr möglich)


    Das Verzeichnis für GWG mit Nettoanschaffungskosten größer 60 EUR ist ab 2008 weggefallen. Insofern hat die 60 EUR Grenze überhaupt nichts mit der Behandlung als GWG zu tun. Es geht nur um das bisher zu führende Verzeichnis.


    Zitat

    Oder meinst Du dass ich die Rechner in dem Fall (Ware => späterer Verkauf) in die GWG-Liste aufnehmen soll und dann dort den Abgang mit Datum und an wen verkauft dokumentieren muss?

    eugenie würde die Wirtschaftsgüter als Umlaufvermögen behandeln und nicht als Anlagevermögen, so dass man überhaupt nicht in die GWG-Problematik reinrutscht.


    Gruß
    Sven

  • Hallöchen, ich häng mich hier einfach mal dran. Betrifft auch diese Poolabschreibung. Folgender Sachverhalt: Hab mir letzten Donnerstag ein Laptop gekauft, 599,- Euro incl. Mehrwertsteuer. Der Rechnungsbetrag wurde per EC-Karte bezahlt, ist also heute von meinem Konto abgebucht worden. Wie muss ich das denn jetzt verbuchen? Kann in meinem Buchhaltungsprogramm schon so einen Pool anlegen, dort heisst es aber, ich muss den Nettowert eintragen. Wo bleibt denn dann aber die Mehrwertsteuer die ich wieder bekomme? Muss ich die manuell buchen? Wie heist denn dann der Buchungssatz? Arbeite mit dem SKR04 Kontenrahmen. Bin Istversteuerer, und kein Kleinunternehmer...

  • Die Vorsteuer kannst du sofort geltend machen.


    Alles GWG zwischen 150 und 1000 Euro werden dann in einem Pool zusammengefaßt und dann über 5 Jahre gemeinsam abgeschrieben.
    Gemeinerweise bedeutet das, daß ein 1200 Euro Computer üer 3 Jahre abgeschrieben wird während ein 600 Euro Computer im Pool über 5 Jahre abgeschrieben wird.

  • Die Vorsteuer kannst du sofort geltend machen.


    Alles GWG zwischen 150 und 1000 Euro werden dann in einem Pool zusammengefaßt und dann über 5 Jahre gemeinsam abgeschrieben.
    Gemeinerweise bedeutet das, daß ein 1200 Euro Computer üer 3 Jahre abgeschrieben wird während ein 600 Euro Computer im Pool über 5 Jahre abgeschrieben wird.


    Angenommen man kauft sich den Computer in Einzelteilen und baut sich den selbst zusammen. Und dabei liegen Teile unter 150 Euro. Ist das dann wie bisher das diese "unter 150 Euro Teile" gemeinsam zum PC zählen und in die 150-1000 Euro Rubrik zählen? Oder ist dies bei der neuen Regelung so das streng nach Rechnungswert getrennt wird, auch bei Computerteilen?

  • nein, alle Teile werden zusammengerechnet und bilden dann die Herstellungskosten (HK)


    Darauf gilt dann dieses hier:

    Zitat

    1. AK / HK bis 150 EUR
    (Zwingende) Behandlung als GWG (sofortige Betriebsausgabe im Jahr der Anschaffung / Herstellung / Einlage)
    2. AK / HK von 151 EUR bis 1.000 EUR
    (Zwingende) Gruppenbewertung mit Auflösung des Sammelpostens im Jahr der Anschaffung / Herstellung und den vier folgenden Wirtschaftsjahren mit jeweils einem Fünftel.
    3. AK / HK über 1.000 EUR
    Lineare AfA nach der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (grds. wie bisher, aber keine degressive AfA mehr möglich)


    Gruß
    Sven

  • Danke, noch eine Frage: ist die erste 20% Pool-Buchung (Wert 150-1000) im Anschaffungsjahr immer zwingend im Januar zu verbuchen oder ist dies auch im Anschaffungsmonat möglich?
    Normalerweise ist dies ja nicht bedeutend (für die Jahresgewinn-Ermittlung), da ich aber wegen des Elterngeld-Bezuges monatsgenau abrechnen muss ist diese Aussage für mich wichtig.

  • Ich würde mal sagen, dass die Poolabschreibung im Dezember greift da Du vorher ja gar nicht weisst wie groß die Abschreibung ist.


    Hast Du mit der Elterngeldstelle schon über Deinen Plan mit dem monatsgenauen abrechnen gesprochen und von denen schon eine Aussage dazu?


    Ich kenne da zwei Leute die damit massivste Probleme hatten (wie eigentlich praktisch alle Selbständigen die ich kenne die mit Elterngeld zu tun haben oder hatten).


    Bei mir selbst war es auch ein riesen Drama für 1 Monat nach der Geburt was zu bekommen. Ich habe es dann irgendwann hinbekommen nachdem ich denen einen langfristigen Auftrag vorlegen konnte (ich war die Monate davor und die Monate danach für nur 1 Kunden tätig) sowie meine vom Kunden unterschriebenen Zeitlisten. Der Kunde war so freundlich mir für den Monat eine Liste mit 0 Stunden zu unterschreiben und dann haben die das akzeptiert. Zum Glück war es auch so, dass mein Sohn am Monatswechsel geboren war. Das hat die Sache noch ein bischen vereinfacht.


    Insgesamt habe ich schätzungsweise 50-60 Seiten Unterlagen hingeschickt. Dafür gab es aber für den 1 Monat auch volles Elterngeld.

  • Ich denke die Probleme stammen noch aus der Zeit als das Elterngeld neu eingeführt wurde, die Familienämter sind da wohl jetzt etwas routinierter. Ich habe dort angerufen und die Fakten sind eigentlich klar. Die Höhe des Geldes wird berechnet aus Vorjahresgewinn (aus Einkommenssteuerbescheid) - Einkommenssteuerbescheid - Sozialabgaben wie gesetzl. Krankenkasse : 12.
    NACH der Geburt wird monatsgenau nach EÜR der Gewinn von der Auszahlung wieder abgezogen. Man sollte also in dieser Zeit am besten gar keine Einnahmen erzielen bzw. verschieben und eventuelle USt.-Rückzahlungen vom Finanzamt so koordinieren das diese in eine Zeit fallen wo der Partner das Elterngeld beansprucht.

  • Ich würde mal sagen, dass die Poolabschreibung im Dezember greift da Du vorher ja gar nicht weisst wie groß die Abschreibung ist.


    Praktisch stimmt dies, aber in der Theorie kann es sein das die Pool-Abschreibung am Jahresende rückwirkend auf den Monat Januar gebucht werden muss.