Rechnung an Schweizer Unternehmen MwSt.?

  • Hallo,


    für ein Unternehmen mit Sitz in der Schweiz habe ich einen Fotojob
    (in Deutschland ausgeführt) erledigt. Nun stellt sich mir die Frage:
    Muss ich die deutsche MwSt. berechnen oder muss das Unternehmen in der Schweiz versteuern und ich schicke eine Rechnung ohne Mwst.?


    Danke und LG


    KliKlawitter

  • Benutze mal die Suche, das wurde schon mehr als nur einmal gefragt.


    Ja, richtig. Danke für den Hinweis. Soweit alles klar: ohne MwSt. aber mit
    Nachweis der Lieferung in ein Drittland in Form von Paketschein (o.ä.) und
    Belegung des (z.B. bargeldlosen) Zahlungseingang. Der Leistungsempfänger
    muss in Eigenverantwortung im Drittland (hier. Schweiz) versteuern/verzollen.
    Eine USt.-ID ist in einem Drittland ebenso nicht notwendig.


    Nur noch eine Frage: taucht der Umsatz dann überhaupt in der USt.-VA auf?
    Wenn ja, wo?


    Danke, tolles Forum (in dem man ja (fast) alles im Archiv finden kann ;-)


    LG
    KliKlawitter

  • bevor es hier zu Verwirrungen kommt.

    Zitat

    für ein Unternehmen mit Sitz in der Schweiz habe ich einen Fotojob
    (in Deutschland ausgeführt) erledigt.


    was heißt das?
    Gegenstand des Vertrags war sicherlich das Fotografieren und nicht das Zusenden von Bildern, die man selbst irgendwo erworben hat. Insofern sind wir im Bereich der sonstigen Leistungen und nicht der Lieferungen (von Gegenständen).


    Bevor hier etwas gesagt wird sollte erst einmal geklärt werden ob es sich um eine Lieferung oder sonstige Leistung handelt und dazu muss man mehr über den Fotojob wissen.


    Gruß
    Sven

  • Mh, schade, ich glaubte nun wäre alles geklärt (gewesen).


    Also, um die erbrachte Leistung zu beschreiben:


    Ein schweizer Unternehmen beauftragte mich, eine Fotodokumentation über
    ein Produkt (eine von besagter schweizer Firma gebaute Maschine) in Deutschland (die Maschine wurde von dem schweizer Unternehmen an ein deutsches Unternehmen verkauft) zu erstellen.


    Um diese Leistung der Fotografie geht es. ich möchte nun eine CD mit den Fotos und der Rechnung in die Schweiz schicken.


    Ich frage dann: ändert sich nun etwas an der Verfahrensweise, die ich oben beschrieben habe?


    LG KliKlawitter

  • Zitat

    Ich frage dann: ändert sich nun etwas an der Verfahrensweise, die ich oben beschrieben habe?

    ja, sogar gewaltig.


    http://195.243.173.120/persoline/servlet/ContentResult?query=QryRangeDetail&requestid=byioid&queryparam.po_content.ioid=19239
    http://195.243.173.120/persoline/servlet/ContentResult?query=QryRangeDetail&requestid=byioid&queryparam.po_content.ioid=19240


    Dann liegt in meinen Augen eine Werkleistung vor, da die Dienstleistung im Vordergrund steht. Dies führt dazu, dass nicht mehr § 3 Abs. 6 S. 1 UStG anzuwenden ist mit anschließender Ausfuhrsteuerbefreiung, sondern der § 3a Abs. 2 Nr. 3a UStG anzuwenden ist, was letztlich dazu führt, dass die Leistung in Deutschland steuerpflichtig ist. Es ist also deutsche USt in Rechnung zu stellen.


    Gruß
    Sven

  • Hallo Sven,


    mir raucht der Kopf ;-) aber unter 3a steht auch:


    (3) 1 Ist der Empfänger einer der in Absatz 4 bezeichneten sonstigen Leistungen ein Unternehmer, so wird die sonstige Leistung abweichend von Absatz 1 dort ausgeführt, wo der Empfänger sein Unternehmen betreibt. 2 Wird die sonstige Leistung an die Betriebsstätte eines Unternehmers ausgeführt, so ist stattdessen der Ort der Betriebsstätte maßgebend. 3 Ist der Empfänger einer der in Absatz 4 bezeichneten sonstigen Leistungen kein Unternehmer und hat er seinen Wohnsitz oder Sitz im Drittlandsgebiet, wird die sonstige Leistung an seinem Wohnsitz oder Sitz ausgeführt.


    bedeutet dies nicht wieder, dass der Unternehmer in der Schweiz versteuern muss?



    LG KliKlawitter

  • Zitat

    mir raucht der Kopf ;-) aber unter 3a steht auch:

    der Absatz 3 bezieht sich auf die in Absatz 4 genannten Dienstleistungen (sogenannte Katalogleistungen).


    Das Zusammenstellen einer Fotodokumentation kann ich jedoch so pauschal nicht darunter fassen. Die Verwaltung erläutert den Katalog in dieser Anweisung. Bestenfalls könnte man dies als Werbeleistung ansehen sofern die Doku auch dafür verwendet wird, dann wäre die Leistung in der Schweiz zu versteuern und die Rechnung ohne USt zu stellen. Wenn nicht, dann gilt der von mir zuvor zitierte Absatz 2 Nr. 3a.


    Gruß
    Sven

  • Hallo Sven,


    nochmals danke.
    Da das Unternehmen die Aufnahmen in Prospekten und auf der HP zu Werbezwecken nutzt (klar, um neue Kunden zu aquirieren), handelt es sich um eine Werbeleistung. Ich bin als Werbe-/Industriefotograf engagiert worden.


    LG KliKlawitter

  • Ich habe einen sehr ähnlichen Fall (Werbung).
    Allerdings liefere ich nicht an den Kunden (Firma), sondern arbeite
    mit einem 2. Unternehmen zusammen, das schlussendlich meine
    Leistung an den Kunden weiterverkauft.
    Wäre das ein Innergemeinschaftliches Dreiecksgeschäft und würde das
    etwas an der MWST/USt ändern?


    So wie ich es sich jetzt verhält würde ich meine Rechnung ohne
    MWST/USt schreiben.


  • Dabei handelt es sich um einen Fall des §3a Abs. 3 UStG. Die Leistung steht im Katalog des Absatz 4 Nr. Nr. 2. Damit Leistungsort Ausland und somit in Deutschland nicht steuerbar.


    Bedenke aber dass du nachweisen können musst, dass der Kunde im Ausland ist (und ich wette das kannst du nicht). So funktioniert das nämlich in Deutschland. Das Gesetz sagt: Du musst nicht zahlen. Der Steuerprüfer sagt aber das Gegenteil.

  • Mit nicht steuerbar beziehst Du dich jetzt aber nur auf die USt/MWST nicht
    auf die Einkommensteuer, oder?


    Nachweisen, dass der Kunde im Ausland ist...
    Wie muss denn der Nachweis aussehen?
    Ich schicke meine Rechnung ja an den Firmensitz.
    Außerdem ist Firma im Internet präsent, man kann dort anrufen, etc...

  • Mit nicht steuerbar beziehst Du dich jetzt aber nur auf die USt/MWST nicht
    auf die Einkommensteuer, oder?


    Ja...nur auf die Umsatzsteuer... Einkommenssteuer fällt natürlich trotzdem an.


    Zitat

    Nachweisen, dass der Kunde im Ausland ist...
    Wie muss denn der Nachweis aussehen?
    Ich schicke meine Rechnung ja an den Firmensitz.
    Außerdem ist Firma im Internet präsent, man kann dort anrufen, etc...


    Also wenn es eine EU Firma mit UStID ist kannst du es damit nachweisen. Was du auf deine Rechnungen druckst und was im Internet steht ist wenig wert beim Finanzamt. Mag sein dass ein Prüfer das anerkennt...oder eben auch nicht. Denn auf deine Rechnung kannst du ja drucken was du willst. Die Internetseite des Auslandsunternehmens beweist nicht, dass dieses Unternehmen bei dir eine Leistung in Anspruch genommen hat. Anrufen tut das Finanzamt schon garnicht, denn du musst den Beweis bringen...nicht sie ihn sich holen. Das Finanzamt hat kein Interesse daran was wahr ist. Die wollen nur so viel Kohle wie möglich aus dir raus quetschen ganz egal was manche Leute sagen, wie freundlich dein Sachbearbeiter ist und der ganze Mist...


  • Also wenn es eine EU Firma mit UStID ist kannst du es damit nachweisen. Was du auf deine Rechnungen druckst und was im Internet steht ist wenig wert beim Finanzamt. Mag sein dass ein Prüfer das anerkennt...oder eben auch nicht. Denn auf deine Rechnung kannst du ja drucken was du willst. Die Internetseite des Auslandsunternehmens beweist nicht, dass dieses Unternehmen bei dir eine Leistung in Anspruch genommen hat. Anrufen tut das Finanzamt schon garnicht.


    Genial! :)
    Nein die Firma ist nicht in der EU sondern Schweiz.
    Aber ich kann das Ergebnis anhand von Werbespots, Radiospots, etc... zeigen.
    Da es eine lokale schweizer Firma ist, wird das sonst nirgends ausgestrahlt :)

  • Genial! :)
    Nein die Firma ist nicht in der EU sondern Schweiz.
    Aber ich kann das Ergebnis anhand von Werbespots, Radiospots, etc... zeigen.
    Da es eine lokale schweizer Firma ist, wird das sonst nirgends ausgestrahlt :)


    Du kannst es versuchen aber im Endeffekt sind in Deutschland die Steuergesetze so gemacht, dass das Finanzamt im Grunde genommen machen kann was es will. Egal welche Beweise du anschleppst... du kannst sie ja selbst gemacht, gefälscht, frei erfunden haben etc. Die Brüder machen das echt so. Es kann sein du hast ne Steuerprüfung und zahlst 0 Euro nach. Kann aber auch sein du hast ne Steuerprüfung bei der der Prüfer deinen Umsatz doppelt so hoch schätzt und dann EkSt und MwSt von dir will. Hab ich alles schon erlebt. Ein befreundeter Juwelier z.B. sollte 100.000 Euro Steuern nachzahlen - Gewinn und Umsatz vom FA FREI ERFUNDEN. Sein Anwalt hat das FA dann auf 5000 runter gehandelt. Oder als eine Fahrschule in der Region pleite ging hat das Finanzamt an alle anderen Fahrschulen Briefe geschickt wo drin stand: Sie haben bei X Schulden die wir pfänden werden. Überweisen sie uns bitte umgehend 2000 Euro !! Wirklich wahr !! Diese Ansprüche wurden einfach FREI ERFUNDEN ! Da gab es nichtmal irgendwelche Indizien dafür. Also ganz ganz krumme Nummer mit dem FA hier in D. Ich will ja jetzt bald auswandern.