[Krankenversicherung] gesetzlich oder privat?

  • Ich hätte da noch eine Frage zur Versicherung und hoffe, es ist jemand so lieb bzw. wissend, sie mir zu beantworten:


    in einem Monat möchte ich mich selbständig machen (bzw. freiberuflich arbeiten) und bin mir unschlüssig, wie ich das mit der Krankenversicherung regeln soll.


    eine Private ist ja schon sehr verlockend und wenn man schon mal die Möglichkeit hat, reizt es durchaus, sie auch zu nutzen.
    Aber wenn ich da einmal bin, komme ich doch nicht mehr so leicht raus, oder?


    Ist es vielleicht sinnvoll, erst eine Zeitlang noch in der gesetzlichen Versicherung zu bleiben und erst zu wechseln, wenn das Geschäft eindeutig gut läuft und man nicht mehr bibbern muss, die Selbständigkeit aufgeben zu müssen?


    Kann man das überhaupt einfach so machen?
    Und weiß jemand, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit man auch (z.B. in einem Jahr erst) von der Gesetzlichen in die Private wechseln kann?


    Eine Familiengründung steht definitiv zur Debatte, mein Partner ist bereits privat versichert aber man muss ja auch dran denken, dass man das/die Kind/er später mitversichern muss...


    Meine Güte, hätt ich mal dieses ganze Durcheinander vorausgesehen, ich wär lieber Arbeitnehmer geblieben^^

  • in einem Monat möchte ich mich selbständig machen (bzw. freiberuflich arbeiten) und bin mir unschlüssig, wie ich das mit der Krankenversicherung regeln soll.


    In welchem Bereich willst Du freiberuflich arbeiten? Kommt die KSK für Dich in Frage, bist Du vll. sogar versicherungs*pflichtig*?


    Zitat

    eine Private ist ja schon sehr verlockend und wenn man schon mal die Möglichkeit hat, reizt es durchaus, sie auch zu nutzen.
    Aber wenn ich da einmal bin, komme ich doch nicht mehr so leicht raus, oder?


    Das kommt auf die Vertragsbedingungen an - Du kommst allerdings nicht mehr so leicht in die gesetzliche rein, das ist der Haken.


    Zitat

    Ist es vielleicht sinnvoll, erst eine Zeitlang noch in der gesetzlichen Versicherung zu bleiben


    Einfach so "bleiben" ist nicht. Du musst Dich schon freiwillig versichern, das kannst Du aber auch bei einer gesetzlichen Kasse.


    Zitat

    und erst zu wechseln, wenn das Geschäft eindeutig gut läuft und man nicht mehr bibbern muss, die Selbständigkeit aufgeben zu müssen?


    Als Selbstständige musst Du das im Grunde immer.


    Zitat

    Meine Güte, hätt ich mal dieses ganze Durcheinander vorausgesehen, ich wär lieber Arbeitnehmer geblieben^^


    Wenn Dich das schon ins Schleudern bringt ... sich aus Not selbstständig zu machen, geht häufig schief. Man sollte immer überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, seine Energie in die Suche nach einer Festanstellung zu investieren, wenn man sich nicht absolut sicher ist, dass man selbstständig arbeiten _will_ und sich über alle Konsequenzen im Klaren ist.


    Hast Du Dich mal beraten lassen? Von Profis?


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  • Eine Familiengründung steht definitiv zur Debatte, mein Partner ist bereits privat versichert aber man muss ja auch dran denken, dass man das/die Kind/er später mitversichern muss...


    Bei Ehepaaren ist das Kind immer bei dem Elternteil zu versichern, welcher privat versichert ist. Sprich: Ist der Ehemann privat versichert, die Mutter aber gesetzlich, dann darf der Mann sich um die private Versicherung seines Kindes kümmern. Der Mann zahlt also drauf.


    Hast du denn schon ein paar Angebote eingeholt und die Kosten für gesetzliche und private Kasse verglichen.
    Deiner Frage nach nehme ich an, du bist
    -noch nicht sooo alt
    -weiblich
    -ohne Kind.
    Das dürfte bei einer privaten Kasse nicht günstig werden. Du zahlst definitiv *viel* mehr als dein Partner.


    gruss, Karsten

    »Man sollte alles so einfach wie möglich sehen - aber auch nicht einfacher.«
    -Albert E.

  • copy :


    Zitat

    In welchem Bereich willst Du freiberuflich arbeiten? Kommt die KSK für Dich in Frage, bist Du vll. sogar versicherungs*pflichtig*?


    Nein, ich bin Übersetzerin, kommt daher nicht in Frage, es sei denn, sie führen endlich Tantiemen für lokalisierte Texte ein^^


    Zitat

    Das kommt auf die Vertragsbedingungen an - Du kommst allerdings nicht mehr so leicht in die gesetzliche rein, das ist der Haken.


    Jop, genau, das ist die Sache, die ich dabei in Betracht gezogen habe.


    Zitat

    Einfach so "bleiben" ist nicht. Du musst Dich schon freiwillig versichern, das kannst Du aber auch bei einer gesetzlichen Kasse.


    Jain, wenn ich gar nix sage, bleibe ich bei meiner gesetzlichen Kasse pflichtversichert, da man nicht mehr unversichert sein darf.


    Zitat

    Als Selbstständige musst Du das im Grunde immer.


    Das ist schon wahr aber im ersten Jahr weiß man im Grunde noch nicht einmal, ob es überhaupt reicht, um die Versicherungen zu zahlen ;-)


    Zitat

    Wenn Dich das schon ins Schleudern bringt ... sich aus Not selbstständig zu machen, geht häufig schief. Man sollte immer überlegen, ob es nicht sinnvoller ist, seine Energie in die Suche nach einer Festanstellung zu investieren, wenn man sich nicht absolut sicher ist, dass man selbstständig arbeiten _will_ und sich über alle Konsequenzen im Klaren ist.


    Definitiv ist diese Idee nicht aus der Not geboren. Ganz im Gegenteil.
    Im Grunde habe ich einen recht gut bezahlten Job. Sprich: ich habe bewusst gekündigt und mache mich bewusst selbständig und habe mich schon sehr weitreichend informiert.
    Was mich eigentlich nicht einmal ins Schleudern bringt, sondern mir eher enervierend auf den Magen schlägt, ist die Tatsache, dass man kaum an seriöse Informationen kommt, weil JEDER Geld mit einem machen möchte, was zwar verständlich aber dennoch sehr unangenehm und aufwändig für einen selbst ist. Und da hoffe ich nun eben auf Erfahrungsberichte von Menschen, die es schon hinter sich haben und die eventuell vor der gleichen Entscheidung standen, wie ich.
    Die Wahl der Krankenversicherung ist eben eine wichtige Sache und die sollte gut überlegt sein.


    fuchzga :


    Deine Antwort hilft mir schon um einiges weiter, danke :)


    ja, ich habe mir schon ein paar Angebote eingeholt aber sicherlich noch nicht genügend... ich habe einen Termin mit der deutschen Vermögensberatung vereinbart, bin mir aber eben unschlüssig, wo ich eigentlich wirklich seriös und möglichst neutral beraten werde, hoffe aber, hier eine Antwort zu finden.


    Zitat

    Bei Ehepaaren ist das Kind immer bei dem Elternteil zu versichern, welcher privat versichert ist. Sprich: Ist der Ehemann privat versichert, die Mutter aber gesetzlich, dann darf der Mann sich um die private Versicherung seines Kindes kümmern. Der Mann zahlt also drauf.


    Ach du meine Fresse... ernsthaft? Das wusste ich nicht. Gibt es dafür auch einen sinnvollen Grund? Das ist ja Halsabschneiderei ^^


    Zitat

    noch nicht sooo alt
    -weiblich
    -ohne Kind


    *seufz* ja... hat mir mein Versicherungsausbeuter von der Nürnberger (guter Freund) auch schon gesagt.
    Durchschnittlich komme ich auf ca. 300 Euro im Monat inkl. Krankentagegeld und Soz.vers.
    Ist aber eigentlich nicht recht viel mehr, als bei einer gesetzlichen


    Und die Leistungen sind schon sehr verlockend: wenn ich doch mal krank werde und nicht arbeiten kann... Krankentagegeld bei einer Gesetzlichen werde ich wohl nicht bekommen und die vorübergehende Einstellung der Beitragszahlungen während einer längeren Krankheit bringt halt auch nicht soviel.


    hmhmhm, immer diese Entscheidungen...
    aber ein guter Grund FÜR die Gesetzliche fällt mit der Pflichtprivatversicherung von Kindern schon mal weg.

  • Gibt es dafür auch einen sinnvollen Grund? Das ist ja Halsabschneiderei ^^



    Nein, andersrum wäre es Ausnutzung des Sozialsystems. Man kann sich halt nicht nur die Rosinen aus dem Kuchen picken.

    Alles was ich hier so schreibe ist nur meine ganz persönliche Meinung.


  • Jain, wenn ich gar nix sage, bleibe ich bei meiner gesetzlichen Kasse pflichtversichert, (...)


    Das glaube ich nun allerdings nicht.


    "Wer eine selbstständige Tätigkeit neu aufnimmt und vorher gesetzlich versichert war (...) hat exakt drei Monate ab dem Ende dieser Versicherung Zeit, sich für eine freiwillige Weiterversicherung in der gesetzlichen Krankenversicherung zu entscheiden. Versäumt er diese Frist, so kann er als Selbstständiger nie und unter keinen Umständen wieder in die gesetzliche Krankenversicherung zurück. Nicht einmal als Rentner."


    http://www.ratgeber-e-lancer.de/090201.html


    copy

  • Copy, Deine Info stammt von "gestern" . Ab 01.04.07 gibt es für vormals pflichtversicherte eine Versicherungspflicht (!) daß heißt die alte GKV muß einem aufnehmen.


    Gibt auch noch ne andere Möglichkeit für Selbständige die monatlich ("netto") nicht mehr als 1.100,-- Euro verdienen, die können mit einem Kniff ihre Zahllast an die Krankenversicherung auf ca. 100 Euro reduzieren, wen es interessiert kann sich ja bei mir mal melden.

  • Hallo,



    Jain, wenn ich gar nix sage, bleibe ich bei meiner gesetzlichen Kasse pflichtversichert, da man nicht mehr unversichert sein darf.


    Naja, sagen musst du was. Spätestens wenn dein Arbeitgeber keine Beiträge mehr abführt, wird sich die Kasse melden.


    Zitat von Matschbirne

    ... bin mir aber eben unschlüssig, wo ich eigentlich wirklich seriös und möglichst neutral beraten werde, hoffe aber, hier eine Antwort zu finden.


    Ich habe mir damals bei der Finanztest einen Check machen lassen. Schau mal hier.
    Ist zwar kostenpflichtig, aber war sehr umfanfgreich.


    Zitat von Matschbirne

    Durchschnittlich komme ich auf ca. 300 Euro im Monat inkl. Krankentagegeld und Soz.vers.
    Ist aber eigentlich nicht recht viel mehr, als bei einer gesetzlichen


    Es gibt auch billigere Tarife (mit weniger Leistungen und höherem Selbstbehalt) bei der Privatversicherung. Damit sollte man bei selber Leistung, wie bei einer gesetzliche Kasse, bestimmt günstiger wegkommen.


    Der Weg in die private Krankenversicherung sollte gut überlegt sein. Es hat schon seine Vorteile, man muss sich aber auch im Klaren darüber sein, dass die Beiträge eines heute 30jährigen bis zu seinem Rentenalter rapide ansteigen werden.
    Das was du also heute gegenüber einer gesetzlichen Kasse sparst, solltest du gut anlegen. Denn spätestens mit 50 Jahren, wirst du das Geld dann gut brauchen können.


    Aber wer weiss... Wann sind eigentlich wieder Bundestagswahlen? Spätestens dann wird wieder das Thema "Bürgerversicherung" und "Kopfpauschale" aufkommen.
    Und irgendwann sind wir dann alle pflichtversichert. Hurra!


    gruss, Karsten

    »Man sollte alles so einfach wie möglich sehen - aber auch nicht einfacher.«
    -Albert E.

  • ... mit einem Kniff ihre Zahllast an die Krankenversicherung auf ca. 100 Euro reduzieren, wen es interessiert kann sich ja bei mir mal melden.

    Das macht keinen Sinn! Hier im Forum möchten wir gerne Deine Antwort/Deinen Vorschlag lesen ohne direkt mit Dir in Kontakt treten zu müssen.
    Also nur los. Schreibe ruhig Deine Erfahrung(en) nieder! ;)


    Grüße
    Michael

    Back to business!

  • Das macht keinen Sinn! Hier im Forum möchten wir gerne Deine Antwort/Deinen Vorschlag lesen ohne direkt mit Dir in Kontakt treten zu müssen.
    Also nur los. Schreibe ruhig Deine Erfahrung(en) nieder! ;)


    Grüße
    Michael


    Ja wirklich, was für eine Zumutung mir eine PM schicken zu sollen. Wer wirklich ernsthaftes Interesse hat und nicht nur kosten- und mühelos Informationen sammeln will, der wird sich dieser Mühsal ergeben ;)


    Gesetzeslücken zu sehr unter das Volk getragen, werden oft recht schnell geschlossen. Siehe Erfahrungen Albert Matusch. (Daß die gesetzl. KV sowas nicht erfreut, kann man sich wohl vorstellen.)