Vorsteuerüberhang am Jahresende

  • Hallo, ich bin Neu im Forum, habe auch schon durchforstet ob ich eine Antwort auf meine Frage finde, doch leider nicht.
    Also vielleicht kann mir ja jemand helfen.
    Beim Jahresabschluß ist ein Vorsteuerüberhang rausgekommen, kann ich mir aber überhaupt nicht erklären, da ich immer UST nachzahlen muss. Schon durch die Buchungen des Privat Tele und der privaten Kilometer beim KFZ.
    Ich bin Bilanzierer und arbeite mit Lexware Financial Office,
    Bisher habe ich mich nicht getraut dem Fiskus den Überhang zu melden, da ich mir nicht sicher bin ob das korrekt ist.
    Kann es sein das beim Jahresabschluss etwas verkehrt gebucht wurde??
    Wäre toll wenn sich jemand damit auskennt.
    Gruß Tina01

  • Na, paar Infos brauchen wir dann schon!

    1.) Werden die ust-pflichtigen Privatentnahmen monatlich kalkulatorisch gebucht und wird daher schon Umsatzsteuer abgeführt? Dann dürfte eigentlich plus/minus null rauskommen, sofern alles korrekt gelaufen ist.

    2.) Besteht eine Differenz zwischen dem FA gegenüber angemeldeten Umsätzen, Umsatzsteuer und Vorsteuer und dem was in der Bilanz steht? Schon mal ne Umsatzsteuerverprobung gemacht?


    3.) Sind die Privatentnahmen auch korrekt gebucht?

  • Hallo!
    Also die Privatentnahmen sind schon korrekt gebucht, und werden dann normalerweise mit versteuert.Mache ich immer nur am Jahresende und wie meinst Du das mit kalkulatorisch? Kenne ich mich nicht wirklich mit aus.
    Bis 2006 war ich EÜR ab 2007 bin ich Bilanzierer und hatte das Problem somit auch noch nie.Eine Verprobung habe ich noch nicht gemacht, weiß auch nicht wie das geht. Eine Differenz kann zum FA auch nicht bestehen, da mein Programm am Monatsende mir die Zahlen vorgibt die ich dann dem FA melde. Da ich immer UST zahlen muss und nie ein Vorsteuerguthaben habe kann eigentlich keine Differenz vorhanden sein. Ich habe aber ein generelles Problem mit der Vorsteuer, nämlich habe ich beim Übergang von 2006 zu 2007 die Vorsteuer eigenhändig von der UST Zahllast abgezogen und dann zwar korrekt dem FA gemeldet, hatte im Jan 07 aber offiziell gar keine Umsätze nur Vorsteuer. ( da beim EÜR keine Forderungen gebucht werden Ende Dez.06, hatte ich im Jan. 07 auch keine Umsätze. Habe bei der Eröffnungsbilanz gebucht 1401 als Sammelposten Forderungen an 9008 und somit nicht das Konto Umsatzerlöse angesprochen. Ich hätte dann die Vorsteuer dem FA als Forderung melden müssen, habe ich aber nicht sondern selbst verrechnet und nun steht die Vorsteuer als Verbindlichkeit in meinen Büchern und das seit Jan.2007. Bisher konnte mir keiner eine Lösung für das Problem nennen. Aber das hat sich nichts mit dem Vorsteuerüberhang zu tun. Oder vielleicht doch???


    Lieben Dank für Deine Hilfe
    Gruß

  • Hallo,


    Vorsteuerüberhang bedeutet, dass mehr Ausgaben incl. USt im Jahr angefallen sind als Einnahmen incl. USt. Ich kann mir nur vorstellen, dass Sie die Konten falsch interpretieren! Wie sieht denn die USt-Jahreszusammenstellung 2007 aus?


    Gruß E.

  • Hallo!

    Also, wenn Du alle in den Umsatzsteuervoranmeldungen 2007 angemeldete Umsätze, Umsatzsteuer und Vorsteuer manuell zusammenzählst, müsste als Umsatz, Umsatzsteuer und Vorsteuer genau das herauskommen, was auch in der Bilanz steht.

    Mit anderen Worten, wenn Du dem FA 100.000.-- Umsatz im Jahr 2007 angemeldet hast, dann müsste eigentlich auch ein Umsatz in Höhe von 100.000.-- in der Bilanz stehen.....das gleiche gilt für die Umsatzsteuer und Vorsteuer.

    Wenn nicht, dann kann sein, dass nachträglich Eingangsrechnungen verbucht worden sind, aber keine berichtigte Umsatzsteuervoranmeldung getätigt worden ist. Das wäre z.B. ein Fall für einen Vorsteuerüberhang.

    Dann rechne mal los......

  • Hallo, nein das ist auf keinen Fall so. Habe nie so viele Ausgaben das diese meine Einnahmen übersteigen, und ausserdem rechnet mein Programm auch mit.
    Gruß und Danke

  • Hast du großes Warenlager?


    dann kann natürlich auch hoher Warenbestand zum Jahreswechsel Ursache für Vorsteuer"überhang" sein ...


    aktuelle Inventur mit Vorjahresinventur gegenrechnen bringt dann Klarheit

  • 1. Ich würde mal die Konten anschauen, insbesondere die Erlös- und Umsatzsteuerkonten. Schnell ist mal ein Finger zwischen den Tasten und schon wird der Erlös ohne Umsatzsteuer gebucht.
    Bei Prüfung der Erlöskonten kannst du jedenfalls ersehen, ob auch immer die Umsatzsteuer erfasst wurde.


    2. Möglicherweise haben einige deiner Ausgabenkonten einen Umsatzsteuerschlüssel. Dann wird Umsatzsteuer im Soll statt Vorsteuer im Soll gebucht. Das ist dann im Sinne der Zahllast zwar noch richtig, schmeißt aber das Verhältnis der richtigen Umsatzsteuer- und Vorsteuerwerte durcheinander.


    3. Du verwendest Buchungsvorlagen, deren Umsatzsteuer du später geändert hast. Dumm ist, die Buchungsvorlage verwendet weiterhin den alten Steuersatz. Um das zu korrigieren: Du müsstest nur in der Buchungsvorlage das Konto löschen und erneut eingeben.


    4. Wenn du die Voranmeldung z.B. für Juni schon abgegeben hast, später aber noch Rechnungen mit Datum Juni einbuchst, entspricht deine Jahressteuer natürlich nicht mehr der Summe der einzelnen Monate.


    5. Vielleicht hast du bei der ganz natürlichen Eingabe das falsche Monatsdatum gewählt.


    Gruß

    Der Wert eines guten Abkommens beruht auf seiner Dauer.
    Dschuang Dsi (370-302 v.Chr.), chin. Weiser