Online-Shop als Nebenerwerb - Stolpersteine übersehen?

  • Hallo zusammen,


    wie so viele andere auch, überlege ich, einen Online-Shop zu eröffnen.


    Kurz zum Hintergrund:
    Ich denke schon sehr lange über den Shop nach, nur hat mich das ganze Drum und Dran bisher abgeschreckt. Scheinbar ist heute nicht unbedingt das Problem, einen Konzept für einen profitablen Shop zu finden, sondern vielmehr beim Start keine bürokratischen und juristischen Stolpersteine zu übersehen.
    Gut, meine Frau ist momentan in der Elternzeit (bis 03/09) und wir müssen unseren Kleinen ab August oder September in die KiTa, bzw. zur Tagesmutter geben. Da wir nur Zuschüsse bekommen, wenn sie arbeitet, wollen wir die Shop-Idee endlich in die Tat umsetzen. Das Gewerbe soll auf ihren Namen laufen. Ich habe schon bzgl. der Krankenkasse informiert und sie darf bei 18 Stunden pro Woche bis zu 345,- Euro pro Monat dazu verdienen (durchschnittlich). Mehr Gewinn werden wir ohnehin nicht machen denke ich.



    Das Geschäftsmodell für den Shop steht auch:
    Für ein Spiel, das es in Dt. nicht mehr zu kaufen gibt, für das aber noch eine (begrenzte) Nachfrage besteht, möchte ich Zubehör basteln (Geländeteile). Diese werde ich selbst mittels Gießformen vervielfältigen und in einem Shop auf meiner Seite verkaufen. Ich habe bereits eine eigene Homepage zu dem Thema, die recht ordentlich besucht wird.
    Zusätzlich möchte ich den günstigen Dollarkurs nutzen, um Teile des Spiels aus den USA zu bestellen - bei einem Shop für Endverbraucher. Der Kontakt besteht bereits. Trotz Zoll (4,7%) und MwSt könnte ich günstiger anbieten, als die beiden Verkäufer, die es hier noch gibt (und die wohl auf dem gleichen Weg bestellen). Zudem hoffe ich, dass mein exklusives Angebot von eigenem Zubehör die Käufer dazu bringt, alles bei mir zu bestellen.
    Sollte der dt. Markt für mein Gelände zu klein sein, ist der Händler aus den USA auch interessiert, meine Waren in seinen Shop aufzunehmen, denn dort ist der Markt deutlich größer.


    So weit das Konzept, doch nun geht´s an die Fomalitäten. Ich habe schon einiges gelesen und demzufolge habn wir das weitere Vorgehen wie folgt geplant:


    1. Meine Frau holt sich erstmal von ihrem Chef die Genehmigung sowie eine schriftliche Bestätigung der Krankenkasse mit den Höchstgrenzen für ihren Nebenverdienst.


    2. Gewerbeschein beantragen.


    3. Nun kommt das erste Problem. Wenn ich das Gelände selber reproduziere, muss ich mich wohl (bzw. meine Frau) bei der Handwerkskammer registrieren, oder? Wie sieht´s aus, wenn ich nur den Prototyp herstelle, das Gelände von einem Dienstleister fertigen lasse und es am Ende nur selbst bemale? Wahrscheinlich das gleiche, oder?


    4. Wenn das geklärt ist, würde ich das Spielmaterial (die Original-Teile) aus den USA bestellen. Das Risiko ist bei einem Einsatz von vorerst ca. 1.500,- Euro kalkulierbar, denn zu dem Preis würde ich es allemal wieder loswerden. Aber auch hier bin ich unsicher, ob ich die Genehmigung des Herstellers brauche. Ich habe gelesen, dass ich diese nicht benötige, sofern das Material in Europa in Umlauf gebracht wurde, doch ich weiß nicht, wie es sich mit Amerika verhält.


    5. Sobald ich das Material habe, soll der Shop anlaufen. Eine ordentliche Shop-Software, bei der ich Waren ohne MwSt. einstellen kann, suche ich noch. Gut, aber nun kommt meine größte Sorge: Die Seite juristisch korrekt aufzusetzen, so dass sie abmahnsicher ist. Die vielen Berichte über Abmahnungen haben bei mir Wirkung gezeigt. Wahrscheinlich werde ich mir hierfür eine Art Muster-AGB suchen müssen, diese an meinen Shop anpassen und dann von einem Anwalt absegnen lassen müssen. Was kostet soetwas eigentlich?


    6. Bei der Buchführung richte ich mich dann nach den Regeln für Kleinunternehmer. MwSt nehme ich von den Kunden nicht und kann sie auch meinerseits nicht als Vorsteuer geltend machen. Abgerechnet wird einmal im Jahr über die Lohnsteuererklärung als Einkünfte aus selbstständiger Nebentätigkeit. Hier reicht eine einfache Auflistung der Kosten und Einnahmen (mit Beleg), um unseren Gewinn anzuzeigen, richtig?


    7. Noch ein Punkt, bei dem ich mir nicht sicher bin: Wenn ich Zubehör für ein Spiel verkaufe, gilt das dann automatisch als Spielzeug, welches irgendwelchen besonderen Kriterien unterliegt? Wenn ja, kann ich dies irgendwie umgehen, indem ich eine Altergrenze einfüge, oder es anders benennen, z.B. "Modellbauartikel, die für Spiel XY genutzt werden können"?



    Ihr merkt, ich stecke in den Planungen gerade ein wenig fest und bräuchte etwas Hilfe. Auch wenn es viel Text ist ;), vielleicht kann mir jemand von Euch weiterhelfen. Und falls Ihr meint, die ganze Idee wäre Blödsinn, weil es zu viel zu beachten gibt und das in keinem Verhältnis zum erwarteten Gewinn steht, dann nur raus damit. ;)


    Danke


    Gidian

  • Ich will ja nicht nerven ... aber ich tu´s trotzdem. ;)
    Kann denn wirklich niemand etwas dazu sagen?


    Ich habe inzwischen Kontakt zum Hersteller des Spiels aufgenommen, die zwar sehr aufkunftsfreudig waren, aber mich auch nur an einen dt. Großhändler verweisen konnten. Zumindest haben sie keine Einwände dagegen erhoben, dass ich das Spiel in den USA beim Online-Shop kaufe, um es dann hier gewerblich zu vertreiben.
    Dem dt. Großhändler habe ich auch bereits geschrieben, aber bisher noch keine Antwort erhalten.


    Was den Import der Waren angeht: Ich muss da ja scheinbar keine MwSt zahlen, sondern eine Einfuhrsteuer, die aber in de gleichen Höhe liegt, oder? Kommt da denn noch irgendwas anderes außer Zoll dazu?


    Wenn die anstehenden Kosten mal kurz überreiße, wären das also:


    Allgemein:
    - Antrag Gewerbeschein
    - Evtl. Handwerkskammerbeitrag
    - Evtl. Anschaffungskosten Shop-Software
    - Anwaltskosten für die Prüfung der AGB
    - Evtl. Kosten für Warenrücknahme
    - Steuer auf Gewinn


    Import:
    - Kosten für den Einkauf
    - Einfuhrsteuer
    - Zoll


    Produktion Gelände:
    - Materialkosten



    Wie gesagt, ich würde mich über eine kleine Hilfestellung freuen. Habe ich irgendwo Stolpersteine übersehen? Habe ich Kosten übersehen? Kann mir jemand einige meiner Fragen beantworten? ;)


    Danke für Eure Hilfe


    Gidian

  • Dein Posting erschlägt einen schon mal von der schieren Größe, und was Deine Frage angeht könnte man als Antwort 10 Seiten Roman schreiben und hätte trotzdem keine Antwort, die Dich interessiert. Wenn Du hier Hilfe willst musst Du etwas konkreter bei den Fragen werden.

  • Hm, ok. Ich dachte, viele Informationen würden bei der Beantwortung helfen. Schreibt man zu wenig, kommt in den meisten Foren die mehr oder weniger nett formulierte Antwort: "Mit so wenig Angaben kann Dir niemand helfen."



    Aber gut, dann präzisiere ich mal meine Fragen/Probleme:


    1. Wenn ich selber Zubehör für ein Spiel herstelle (in sagen wir mal 100-facher Ausführung), muss ich mich wahrscheinlich bei der Handwerkskammer anmelden und dort auch Gebühren zahlen, richtig?


    2. Wenn ich die Teile produzieren lasse und nur selbst bemale - muss ich mich dann ebenfalls bei der Handwerkskammer anmelden?


    3. Ich will Original-Zubehör für besagtes Spiel aus den USA bestellen. Laut Hersteller scheint es damit keine Probleme zu geben (von seiner Seite aus). Mit welchen Steuern muss ich für den Import rechnen? Es handelt sich dabei um Figuren (menschliche Figuren + Monster) und Gelände (Burgen, Berge, Brücken, etc.). Ich habe bisher verschiedene Angaben gefunden und bin nun unsicher, was da noch alles an Steuern oben drauf kommt.


    4. Gilt das Zubehör für das Spiel "Spielzeug" und unterliegt es damit irgendwelchen Sonderbestimmungen, die ich beim Verkauf einhalten müsste?


    5. Um einen abmahnsicheren Shop zu haben, muss man heute scheinbar einen Anwalt hinzuziehen, der die AGBs prüft. Was kostet das eigentlich und macht es darüber hinaus Sinn, für einen kleinen Shop eine extra Rechtschutzversicherung abzuschließen, die einspringt, falls wir doch mal abgemahnt werden sollten? Recht zu haben ist eine Sache - es durchzusetzen eine andere.


    Danke für Eure Hilfe


    Gidian

  • Hm, ok. Ich dachte, viele Informationen würden bei der Beantwortung helfen. Schreibt man zu wenig, kommt in den meisten Foren die mehr oder weniger nett formulierte Antwort: "Mit so wenig Angaben kann Dir niemand helfen."


    Du merkst ja, dass es nicht gerade Antworten hagelt. Das könnte daran liegen, dass Deine Fragen sehr speziell sind - Du solltest dringend in Betracht ziehen, dass Du in Webforen nicht alle nötigen Infos zusammen bekommst und Dich mal gezielt mit der zuständigen Kammer in Verbindung setzen.


    Zitat

    Aber gut, dann präzisiere ich mal meine Fragen/Probleme:


    1. Wenn ich selber Zubehör für ein Spiel herstelle (in sagen wir mal 100-facher Ausführung), muss ich mich wahrscheinlich bei der Handwerkskammer anmelden und dort auch Gebühren zahlen, richtig?


    2. Wenn ich die Teile produzieren lasse und nur selbst bemale - muss ich mich dann ebenfalls bei der Handwerkskammer anmelden?


    Das sind beides Fragen, die Du am besten der HWK stellst.


    Zitat

    3. Ich will Original-Zubehör für besagtes Spiel aus den USA bestellen. Laut Hersteller scheint es damit keine Probleme zu geben (von seiner Seite aus).


    Auf "scheint" solltest Du Dich nicht einlassen. Lass' es Dir schriftlich geben.


    Zitat

    Mit welchen Steuern muss ich für den Import rechnen?


    Einfuhrumsatzsteuer + Zoll. Wie hoch der Zoll ist, kannst Du auf der Website des Zolls recherchieren, wenn Du weisst, zu was für einer Warengruppe die Dinge gehören, die Du importieren willst. Lässt Du die Zollabwicklung durch einen Dienstleister machen, kommen die Kosten dafür dazu.


    Zitat

    4. Gilt das Zubehör für das Spiel "Spielzeug" und unterliegt es damit irgendwelchen Sonderbestimmungen, die ich beim Verkauf einhalten müsste?


    Im Ernst: Woher sollen wir das wissen? Wir wissen ja noch nicht einmal, was das für ein Spiel ist. Verantwortlich für die Einhaltung von Normen, Vorschriften und Gesetzen wie etwa der CE-Kennzeichnung ist, wer das Produkt innerhalb der EU erstmalig in den Verkehr bringt. Wenn Du das bist, bist Du dafür verantwortlich.


    Zitat

    5. Um einen abmahnsicheren Shop zu haben, muss man heute scheinbar einen Anwalt hinzuziehen, der die AGBs prüft.


    AGB, ohne "s". Und ja, das ist meist sinnvoll. Schließlich sollen die AGB auf den speziellen Fall zugeschnitten sein, da reicht es selten, die AGB eines Wettbewerbers zu kopieren ...


    Zitat

    Was kostet das eigentlich


    Das fragst Du am besten einen Anwalt oder mehrere. Der hat da nämlich gewisse Spielräume und die Konkurrenz zwischen Anwälten macht - im Rahmen der gesetzlichen Regelungen - individuelle Vereinbarungen möglich.


    Zitat

    und macht es darüber hinaus Sinn, für einen kleinen Shop eine extra Rechtschutzversicherung abzuschließen, die einspringt, falls wir doch mal abgemahnt werden sollten? Recht zu haben ist eine Sache - es durchzusetzen eine andere.


    Frag' das am besten auch den Anwalt - wie hoch das Abmahnrisiko ist, lässt sich per Ferndiagnose wirklich nicht sagen.


    copy

  • Also erstmal vorweg: Mir ist natürlich klar, dass ich hier nicht alle wichtigen Infos auf dem Silbertablett bekomme und mir hier keiner meinen Shop eröffnet. Ich wollte lediglich vor dem Gang zu den zuständigen Kammern, Anwälten, etc. Informationen zusammentragen, damit ich nicht ganz unwissend, bzw. unvorbereitet in die Gespräche gehe und weiß, welche Fragen ich dort noch stellen muss. Denn das kann ich leider erst tun, wenn ich demnächst mal ein paar Tage frei habe. Bei der Arbeit kann ich leider nicht am Telefon die Gründung meines Shops durchsprechen. ;)


    Ansonsten danke für die Antworten. Auch die Antwort, dass etwas nicht zu beantworten ist, hilft schon mal weiter. Das kommt dann auf die Liste mit den Dingen, die ich bei den zuständigen Stellen klären muss.


    Was den Zoll angeht: Auf deren Seite war ich schon und habe versucht, die entsprechende Produktgruppe auszumachen. Leider ist das nicht ganz einfach und ich bin daran gescheitert.


    Gruß


    Gidian

  • Was den Zoll angeht: Auf deren Seite war ich schon und habe versucht, die entsprechende Produktgruppe auszumachen. Leider ist das nicht ganz einfach und ich bin daran gescheitert.


    Gruß


    Gidian



    Hallo !
    Wenn Dich das schon aus der Fassung bringt, wünsche ich viel Erfolg beim führen einer Firma ...


    Dein zukünftiges Geschäft ist der Import von Waren aus den USA und Du schaffst es nichtmal die Zollgruppe in Erfahrung zu bringen?


    Sorry - aber da sehe ich ein schwarz: Ich würde Dir dringend raten Dich von einem Rechtsanwalt und Steuerberater beraten zu lassen. (Ein Gründerseminar sollte selbstverständlich sein.) Es könnte sonst gut sein, dass Dir Deine Mitbewerber oder Abmahnvereine Deinen Shop um die Ohren hauen ... teuer, teuer.


    MFG
    DTP

    Gruss
    d_T_P !

  • Komisch, dass den Hilfesuchenden hier so häufig eine Antwort genannt: Bei Dir wird das nichts - lass es bleiben. Zumindest so oder so ähnlich formuliert - mal freundlicher, mal weniger freundlich. Wie schon erwähnt, habe ich die entsprechenden Gänge zu den Behörden und auch zum Zoll noch vor mir. Dass ich Zoll zahlen muss, ist mir schon klar. Ich vermute, es sind 4,7% (wie oben geschrieben), bin mir aber nicht ganz sicher. Das kriege ich aber schon noch raus. Meine eigentliche Frage war, welche Steuern beim Import sonst noch anfallen (können).
    Übrigens ist der Import nur ein Teil meines zukünftigen kleinen Geschäfts.


    Wie dem auch sei, ursprünglich war mein Gedanke, mir Informationen im Netz zusammen zu suchen - teils anlesen, teils nachfragen - um nicht ganz ahnungslosen die Behörden abzuklappern. Nicht mehr, nicht weniger.


    Und Ihr könnt mir glauben, dass ich nicht völlig naiv an die Sache rangehe. Ich bin nicht eines morgens aufgewacht und dachte mir: Hups, ein Shop, das wäre mal eine tolle Idee um reich zu werden. Gleich morgen startet der Verkauf.


    Gruß


    Gidian

  • Komisch, dass den Hilfesuchenden hier so häufig eine Antwort genannt: Bei Dir wird das nichts - lass es bleiben. Zumindest so oder so ähnlich formuliert - mal freundlicher, mal weniger freundlich.


    Nicht ist schlimmer als ein freundlich formuliertes "das wird schon" wenn man erkennt, dass es nichts werden kann. Bitte vergiss' nicht, dass es auch nicht selten im Sinne des Ratsuchenden ist, wenn man ihn von der Selbtständigkeit abbringt (wenn die Voraussetzungen eben nicht gegeben sind), am Ende kann eine verpfuschte Seltsständigkeit nämlich auch zur Privatinsolvenz führen, und das hilft keinem. Und nein, das finanzielle Risiko ist nicht auf den Materialeinsatz begrenzt.

  • Da magst Du Recht haben, doch wenn man sich von meinem - wie Du selbst sagst - sehr umfangreichen Text einen vielleicht unglücklich formulierten Satz heraus sucht und damit die allgemeine Befähigung zum Leiten eines kleinen Webshops in Frage stellt, ist das nicht gerade hilfreich oder zielführend. Ich will schließlich keinen Laden wie Hasbro auf die Beine stellen, sondern lediglich auf meiner privaten Seite ein paar wenige Dinge legal anbieten können.


    Gruß


    Gidian