Ust.-ID + Kleinunternehmer + Ebay

  • Hallo Leute,


    vielleicht kann mir jemand kurz sagen, ob ich das Folgende so richtig ist:


    1. Als Kleinunternehmer kann man eine Ust-ID beantragen und man bekommt diese auch ohne den Kleinunternehmerstatus nach §19 Abs. 1 verlassen zu müssen. Also nach wie vor keine Regelbesteuerung und auch weiterhin keine Ausweisung der Mehrwertsteuer in den Rechnungen.


    2. Diese Ust-ID kann man bei Ebay verwenden, um Nettorechungen zu erhalten


    3. Diese Ebay-Nettorechnungen summiert man für das ganze Jahr auf und errechnet die Umsatzsteuer auf diese Gesamtsumme


    4. Die so ermittelte Summe und Umsatzsteuer trägt man 1x jährlich in die Anlage UR (Zeile 22, sonstige Leistungen eines im Ausland ansässigen Unternehmers) der Ust.erklärung ein, sowie auch in die Ust.erklärung selbst (Zeile 95 + 109) ein (und zahlt diese natürlich auch).


    5. Bei Lieferungen von Waren innerhalb von Deutschland, wird die Ust.-ID weiterhin nicht in den Rechnungen angegeben, sondern wie bisher die Steuernummer.


    Habe ich das so richtig verstanden? Oder ist da noch ein Fehler?


    Vielen Dank!!!!
    Kalus


    P.S. Leider wird man auch noch durch die neue Verpackungsordnung noch gezwungen, sich eine Ust.ID-Nr. zu beantragen. Ohne geht wohl nichts...

  • Zitat

    1. Als Kleinunternehmer kann man eine Ust-ID beantragen und man bekommt diese auch ohne den Kleinunternehmerstatus nach §19 Abs. 1 verlassen zu müssen. Also nach wie vor keine Regelbesteuerung und auch weiterhin keine Ausweisung der Mehrwertsteuer in den Rechnungen.


    Wenn man die UstId beantragt, dann bekommt man auch eine. Das ist unabhängig von der Besteuerung. Also: Ja.

  • 5. Bei Lieferungen von Waren innerhalb von Deutschland, wird die Ust.-ID weiterhin nicht in den Rechnungen angegeben, sondern wie bisher die Steuernummer.


    Das ist der einzige Punkt, der falsch ist. Ist die Umsatzsteuer-ID vorhanden, muss sie auch angegeben werden.

  • Das ist der einzige Punkt, der falsch ist. Ist die Umsatzsteuer-ID vorhanden, muss sie auch angegeben werden.


    m.E. auch nicht ganz richtig ;)


    wenn USt.-ID vorhanden, hast du ein Wahlrecht, ob du diese oder deine "normale" St.-Nr. (oder beide) auf deine Rechnungen schreibst.


    Für's Impressum einer Website hingegen ist die USt.-ID zwingende Vorschrift, falls vorhanden (während man gar keine St.-Nr. nennen muss, falls keine USt.-ID vorhanden)


    wie immer alles ganz logisches deutsches Recht :p caipi

  • Danke für die Antworten, die haben mir echt geholfen, mich in dem Dschungel sicherer zu fühlen. :)


    Ins Impressum müsste tatsächlich die Ust.-ID erstmals neu rein. Wäre es nicht auch bei den Rechnungen nicht grundsätzlich sinnvoller, wenn dort nur die Ust.-ID steht?


    Hintergrund ist, dass es jetzt ja die lebenslang gültige (private) Steueridentifikationsnummer für jedermann gibt und diese bräuchte man dann ja nicht unbedingt in der ganzen Republik an jeden Kunden zu verteilen (wer weiss, was damit für ein Unsinn möglich wäre -> s.Telekom).

  • Hallo,


    ich bin ab 01.01. nun umsatzsteuerpflichtig und muss erst vom FA bestätigen lassen dass Signal besteht. dies schaffe ich erst morgen zu schiken, somit dauert die Zuteilung bis ca. Mitte Januar. Wie verhält es sich bei ebay mit Impressumspflicht?
    Dort muss man ja die Umsatzsteuer-IOD zwingend angeben.
    Wie ist es wenn man keine hat aber MWST zahlen muss etc?
    Was trägt man ins Feld ein und ist ein Falscheintragen abmahnfähig??
    Vielen Dank für die Antworten

  • Naja, ich versteh' das Problem nicht:
    Solange man noch keine USt-ID hat, greift die Pflicht nicht. Solange sie beantragt ist, aber noch nicht zugeteilt wurde, hat man noch keine USt-ID. Also wo ist das Problem? Die Pflicht existiert doch erst ab der Zuteilung.

  • Problem ist: USt. wird ab 01.01. ausgewiesen, aber im Impressum steht dann noch keine drin.
    Ich weiss nicht ob man deswegen abgemahnt werden kann, "vorsichtshalber" würde ich o.g. reinschreiben.

    Alles was ich hier so schreibe ist nur meine ganz persönliche Meinung.

  • Hallo und danke für die Antworten!


    Jetzt gibt es ja zwei verschiedene Aussagen und nun weiß ich nicht ob beantragt auch abgemahnt werden kann...
    Besteht denn grundsätzlich für jeden Unternehmer der kein Kleinunternehmer ist eine Pflicht auf USt-ID Beantragung und Eintragung im Impressum?
    Vielen Dank

  • Zur Beantragung bist Du (als Einzelunternehmer) definitiv nicht verpflichtet, aber mußt auf Deinen Rechnungen eine Steuernummer angeben. Wenn Du keine USt-ID hast, muß das Deine persönliche Steuernummer sein.


    Wenn man Kleinunternehmer ist, kann der Rechnungsempfänger keine Vorsteuer geltend machen, weil man keine USt auf der Rechnung ausweist. Fehlt die Steuernummer auf der Rechnung, so ist die Strafe dafür, daß die Vorsteuer nicht geltend gemacht werden kann. Insofern gibt es beim Kleinunternehmer zwar die Pflicht zur Angabe, die Bestrafung für eine Nicht-Beachtung ist aber unwirksam.


    Wenn man kein Kleinunternehmer ist, greift die Strafe allerdins, da man auf der Rechung USt ausweist, die der Kunde ggf. als Vorsteuer geltend machen will. Der Kunde ist dann berechtigt, eine vollständige Rechnung zu verlangen, auf der dann eine Steuernummer stehen muß.


    Daher ist es günstig, eine USt-ID zu haben, wenn man kein Kleinunternehmer ist. Eine Verpflichtung besteht jedoch nicht, solange man die persönliche Steuernummer verwendet.


    Soweit ich weiß, ist man zwar zur Angabe der USt-ID im Impressum verpflichtet, allerdings nicht zur Angabe der persönlichen Steuernummer. Daher kann diese Pflicht nicht greifen, wenn man keine USt-ID besitzt. Daraus würde ich schließen, daß die Angabe also entfallen kann.


    Soviel zur Theorie, jetzt zur Praxis: An dieser Stelle vereinen sich die Meinungen von dorintia und mir. Ich würde nämlich auch zu einem Hinweis im Impressum raten, weil sich sonst möglicherweise unnötige Nachfragen ergeben. Außerdem könntest Du bei einer theoretischen Abmahnung argumentieren, daß Du alles getan hast, um einem Mißverständnis vorzubeugen.


    Abgemahnt werden kannst Du immer, auch mit einem völlig korrekten Impressum. Die Frage ist lediglich, ob die Abmahnung einer gerichtlichen Prüfung standhalten würde. Ich würde sagen, daß sie das auch ohne die Angabe kann, aber sicher bist Du Dir erst nach einer Gerichtsverhandlung.


    Im Ergebnis: schreib rein, daß sie beantragt ist. Dadurch schaffst Du möglichst viel Transparenz. Ein möglicher Abmahner kann sich dann nicht darauf berufen, er habe nicht gewußt, daß Du noch keine USt-ID hattest und Du hättest ihn aufklären müssen.