• Hallo,


    ich möchte als Webentwickler für Flash und Flex ein bißchen Geld verdienen, um mein Studium zu finanzieren, allerdings merke ich, dass ich ohne Referenzen nicht weiterkomme. Ohne Referenz also kein Auftrag und ohne Auftrag keine Referenz. Wäre es vielleicht sinnvoll, mich bei Myhammer anzumelden? Allerdings bin ja noch kein Gewerbetreibender, deshalb habe ich bis jetzt gezögert, mich dort anzumelden.


    Da ich gerne dem Kunden Festpreise bieten würde, aber mir leider die Erfahrung fehlt, würde ich gerne eine Quelle haben, der ich ungefähre Richtpreise entnehmen kann. Außerdem wäre es wichtig zu wissen, wie man solche Leistungen vertraglich festhält. Gibt es vielleicht irgendwo Beispiele für Webentwicklungs- oder auch Webdesignverträge?


    Vielen Dank im Voraus.

  • Hallo!
    Erst einmal ein paar Fragen vorab:
    Hast du dich über steuerliche und gewerbliche Hintergründe informiert?
    Das solltest du auf jeden Fall im Vorfeld tun, damit dir das Finanzamt nichts auf die Finger gibt.


    Desweiteren sei der Schritt wirklich erst einmal gut überlegt. Wenn du erstmal ein paar hundert Euro in Flash investiert hast, musst du das Geld erstmal wieder herausbekommen. Sei dir beim Kauf sicher ,dass es auch wirklich eine Software ist, mit der du kommerziell arbeiten darfst und deren Nutzrechte du besitzt!


    Solltest du das ganze wirklich ernst meinen Rate ich dir deine Fühler im Bekanntenkreis etwas auszufahren. Meistens kommt man so an ein paar schlecht bezahlte Aufträge heran, die einem aber dabei helfen sich eine kleine Datenbank an Referenzen aufzubauen. Der Druck von Visitenkarten (relativ günstig bei eyesee.de) kann auch von Vorteil sein. Außerdem brauchst du natürlich eine eigene Internetseite auf der du die Referenzen präsentieren kannst.


    Für Leute die keine abgeschlossene Berufsausbildung im Bereich Webdesign und Webcoding haben ist es bekanntlich schwer einen Mittelweg in Sachen Stundenlohn zu finden. Zu wenig und man wirkt unseriös, zu viel und der Kunde kauft nicht. Ich denke ,dass du für den Anfang mit 15 Euro (zzgl. Mehrwertsteuer) ganz gut bedient bist, damit du erst einmal Referenzen sammeln kannst. Wenn du dir erstmal was erarbeitet hast kannst du locker auf 25 Euro hochgehen. Die normalen Preise was so etwas anbelangt liegen im Bereich 50-100 Euro, da ist also eine Menge Spiel. Wenn du gute Qualität zu günstigen Preisen angibst, dich ein bisschen gut ausdrücken und selbst verkaufen kannst, dann wird dir das ganze keine Probleme machen.


    WICHTIG:
    Ich will hier nicht den Klugscheißer spielen, aber ich mach das ganze jetz schon ein paar Jahre und kann dir aus eigener Erfahrung sagen:


    - Mach nichts ohne Arbeitsvertrag (Vorlagen findest du für ganz wenig Geld bei FormBlitz)


    - Achte auf ein ordentliches Impressum auf deiner Internetseite


    - Lass dich nicht auf Pauschalangebote ein, der Leidtragende bei der Aktion bist nämlich immer du selbst, es sei denn man einigt sich auf eine Anzahl von Änderungen.


    - Schreib die Zeiten die du arbeitest sauber auf und arbeite dann auch wirklich. Zeig deinen Kunden was du wann gemacht hast, denn Vertrauen ist wichtig


    So das solls erstmal von meiner Seite aus gewesen sein, ich hoffe ich konnte dir ein bisschen helfen und habe dich nicht zu sehr demotiviert.


    Falls du noch Fragen hast, die ich dir hoffentlich beantworten kann, so zögere nicht mir zu schreiben :-)

  • Vielen Dank für die ausführliche Antwort :-)


    Über die rechtlichen Hintergründe habe ich mich informiert. Sofern man ein bestimmtes Einkommen nicht überschreitet, braucht man auch kein Gewerbe anzumelden.


    Die Software Lizenzen sind für mich weniger das Problem, denn ich arbeite mit GIMP, Flashdevelop, TYPO3 und dem Flex SDK. Komplexe Zeitleistenanimationen sind so zwar nicht möglich, aber sowas überlasse ich ohnehin lieber denen, die das wirklich gut können.


    Mein Problem liegt aber vor allem hier: "...Fühler im Bekanntenkreis etwas auszufahren. Meistens kommt man so an ein paar schlecht bezahlte Aufträge heran, die einem aber dabei helfen sich eine kleine Datenbank an Referenzen aufzubauen. Der Druck von Visitenkarten (relativ günstig bei eyesee.de) kann auch von Vorteil sein. Außerdem brauchst du natürlich eine eigene Internetseite auf der du die Referenzen präsentieren kannst."

  • Vielen Dank für die ausführliche Antwort :-)


    Über die rechtlichen Hintergründe habe ich mich informiert. Sofern man ein bestimmtes Einkommen nicht überschreitet, braucht man auch kein Gewerbe anzumelden.


    Wenn du gewerbliche Leistungen anbietest, musst du ein Gewerbe anmelden. Da gibt es keinen 'Freibetrag' in Sachen Einkommen. Alternative wäre die Meldung als Freiberufler beim Finanzamt. Ob das in deinem Fall Aussicht auf Erfolg hat, müsste man klären. Ohne Anmeldung bekommst du so oder so keine Steuernummer und könntest deinen Kunden keine ordentlichen Rechnungen ausstellen.


    Als Student solltest du auch mal über die Themen Krankenversicherung, Kindergeld, ggf. Bafoeg nachdenken ...


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  • soweit ich weiß geht das als Nichtkaufmann, bin mir da aber nicht sicher.
    http://www.gruenderleitfaden.d…srecht/nichtkaufmann.html
    Schnell wird mal gesagt ,dass man dafür kein Gewerbe anmelden muss, das kann aber ins Auge gehen...


    Grundsätzlich ist zu sagen, dass du auf jeden Fall ein Gewerbe anmelden solltest. Ich kann zwar verstehen ,dass man davor zurückschreckt, aber gerade die Anmeldung einer GbR ist nun wirklich kein besonders aufwendiger Akt, und bei den Gebühren bist du unter 20 Euro. Auch aus Sicht der Buchhaltung wird dir die GbR wohl am ehesten entgegen kommen. Damit bist du auf jeden Fall auf der sicheren Seite, denn im Zweifelsfall sitzt immer das Finanzamt am längeren Hebel und kann dir nachträglich mit Forderungen auf die Nerven gehen.


    Zu den Aufträgen:
    Hör dich mal in deinem Bekanntenkreis und vielleicht auch bei deren Eltern um. Sprich kleine Selbständige aus deiner Umgebung, gerne auch persönlich an und biete deine Dienste an. Persönlicher Bezug ist immer sehr wichtig. Irgendetwas wird sich schon finden, glaub mir. Irgendwen gibt es immer, der eine Homepage braucht, manche wissen es nur noch nicht ;-)


    Also ich würde dir raten:
    GbR anmelden -> Menschen ansprechen -> Sauber und zuverlässig arbeiten -> Referenzen sammeln


    Dann wird das schon... :)

  • Tut mir leid, das war natürlich etwas unvollständig. Aus welchem Grund auch immer ich davon ausging, dass du das nicht alleine machst...


    Also nochmal:
    Man muss mindestens zu zweit bei einer GbR sein.
    Würde dir sowieso dazu raten noch jemand mit ins Boot zu nehmen, der Ahnung von der Materie hat. Oft hilft es wenn noch ein anderer Blickwinkel auf die eigene Arbeit fällt und ich finde gemeinsam macht es auch mehr Spaß etwas aufzubauen, so war es bei mir zumindest.


    Aber nochmal sorry, das hätte ich wirklich sagen sollen.
    Im Zweifelsfall schau einfach mal auf www.gruenderleitfaden.de :-)

  • soweit ich weiß geht das als Nichtkaufmann, bin mir da aber nicht sicher.
    http://www.gruenderleitfaden.d…srecht/nichtkaufmann.html


    Dann lies mal, was da steht:


    Von gewerberechtlichen Vorschriften abgesehen unterliegt die Gründung eines nichtkaufmännischen Einzelunternehmens keinen besonderen Gründungszwängen. Das Unternehmen entsteht einfach mit der Aufnahme des Geschäftsbetriebes.


    Die gewerblichen Vorschriften - von denen hier abgesehen wird - sind klar: Gewerbliches Handeln ohne Gewerbeanmeldung ist eine Ordnungswidrigkeit, die mit Geldbußen bis 50.000 Euro geahndet werden kann.


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  • Finde das ganze auch etwas komisch formuliert, ich verstehe das auch nicht ganz, deswegen hab ich hoffentlich auch deutlich genug gesagt,dass auf jeden Fall eine Gewerbe angemeldet werden muss. Ich habe dir IHK mal auf diese Nichkaufmann-Sache angesprochen. Die konnten mir darüber aber auch nicht wirklich was erzählen. Was ich schon heftig bei der Sache finde ist dass das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie sowas raushaut.
    Ansonsten finde ich die Seite aber ganz gut :-)

  • Finde das ganze auch etwas komisch formuliert, ich verstehe das auch nicht ganz,


    Ich finde, das ist sehr eindeutig formuliert.


    Es gibt einerseits gewerberechtliche Vorschriften (auf die an dieser Stelle nicht eingegangen wird) und andererseits den Zeitpunkt der faktischen Gewerbeaufnahme - die beginnt mit dem gewerblichen Handeln.


    siehe auch http://www.stadt.coburg.de/lebencoburg.asp?iid=4305&mid=187&uid=271


    Was da definitiv nicht steht, ist, dass Nichtkaufleute kein Gewerbe anmelden müssen.


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  • Schnell wird mal gesagt ,dass man dafür kein Gewerbe anmelden muss, das kann aber ins Auge gehen...


    Grundsätzlich ist zu sagen, dass du auf jeden Fall ein Gewerbe anmelden solltest.


    Also bitte auch weiterlesen, was ich geschrieben habe!:eek:
    Ich versuche hier nur zu helfen, da ich mal fast in der selben Situation war...

  • Das mit der GbR war irgendwie doof, das geb ich zu ;-)
    Irgendwie hatte ich im Kopf, dass da mehrere Leute dran beteiligt wären, aber ich glaube das liegt daran ,dass ich eben auch einen anderen Thread zu dem Thema beantwortet habe, bin so vielleicht durcheinander gekommen, aber das hab ich ja auch eingeräumt.


    Bei der Sache mit dem Nichtkaufmann war ich mir nicht so sicher, aber das hab ich ja auch geschrieben.


    Vielleicht schreibt der Threadersteller noch ein bisschen etwas konkreteres, dann können wir vielleicht noch mehr sagen. Wie viel Zeit möchtest du in deine Arbeit investieren? Hast du vielleicht schon Erfahrung damit gemacht und zu meiner Bemerkung eben: Gibt es vielleicht jemanden den du mit ins Boot holen könntest / möchtest ?

  • Erfahrung mit "echter" Selbständigkeit habe ich nicht. Ab und zu habe ich zwar privat Aufträge angenommen, aber das waren eben nur Gelegenheitsjobs.


    Bis jetzt habe ich noch niemanden, mit dem ich zusammen arbeiten könnte, weil ich ein äußerst schlechter Netzwerker oder besser "Zweckkontaktknüpfer" bin ;-)

  • Einige Punkte:
    Web-Developer = Gewerbeanmeldung
    15€ -25€ die Stunde? Lernt kalkulieren!
    Keine Festpreise? Viel Spaß, viel zu tun wirst du nicht bekommen. Da stellt man dir eher ein Blanko-Scheck aus.
    Krankenkassen interessiert der Zuverdienst, oft wird es dann schnell teuer!


    Ich habe den Eindruck, hier wird es sich etwas zu einfach gemacht, wenn in der gewerblichen Tätigkeit auch so verfahren wird, viel Vergnügen. caipi

  • Also als ich angefangen habe hatte ich eigentlich keine Probleme mit 20 Euro pro Stunde Aufträge zu bekommen, auch die Krankenkasse hat sie nie dafür interessiert. Ich hab damals mit jemandem zusammen eine GbR angemeldet.
    Festpreise sind schlicht und ergreifend ungünstig und sollte die Summe nicht wirklich so hoch liegen ,dass man sich sicher sein kann, dass man dabei nicht der Verlierer ist sollte man das auch nicht machen, das ist meine Erfahrung. Wer den Lohn als Webentwickler für sich noch weiter dumpen will ... viel Spaß beim Arbeiten. Wenn man ein bisschen nachdenkt und schon ein paar Sites gebaut hat, weiß man auch ungefähr, was der Kunde will und wie lange man dafür braucht und kann seine Preisvorstellung in etwa mitteilen.


    Aber sag mir mal bitte warum ausgerechnet die Krankenkasse sich dafür interessieren sollte?!? Also wenn du hier wirklich helfen willst solltest du vielleicht etwas konkreter werden.

  • Genau Mark, bekomm du erstmal ein paar Jahre Berufserfahrung bevor du hier versuchts mitzureden! caipi :D



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    Festpreise sind schlicht und ergreifend ungünstig und sollte die Summe nicht wirklich so hoch liegen ,dass man sich sicher sein kann, dass man dabei nicht der Verlierer ist sollte man das auch nicht machen, das ist meine Erfahrung. Wer den Lohn als Webentwickler für sich noch weiter dumpen will ... viel Spaß beim Arbeiten. Wenn man ein bisschen nachdenkt und schon ein paar Sites gebaut hat, weiß man auch ungefähr, was der Kunde will und wie lange man dafür braucht und kann seine Preisvorstellung in etwa mitteilen.
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    Festpreise sind doch völlig normal und das kann der Kunde auch erwarten. Es gehört doch zu deinem Job diese Preise entsprechend zu kalkulieren und dir sicher zu sein das du am Ende nicht der "Verlierer" bist.

  • Erfahrung mit "echter" Selbständigkeit habe ich nicht. Ab und zu habe ich zwar privat Aufträge angenommen, aber das waren eben nur Gelegenheitsjobs.


    Bis jetzt habe ich noch niemanden, mit dem ich zusammen arbeiten könnte, weil ich ein äußerst schlechter Netzwerker oder besser "Zweckkontaktknüpfer" bin ;-)


    Das Problem kenne ich aus eigener Erfahrung :D
    Netzwerke sind in einer Selbstständigkeit aber das A und O um erfolgreich zu sein. Das solltest du immer im Kopf haben, dann fällt es dir sicher auch leichter Kontakte zu knüpfen und sie zu pflegen. Was deine Referenzen angeht, würden mich deine privaten Aufträge als Referenz schonmal interessieren. Ab und an krieg ich kleinere Flash-Aufgaben rein, die ich auch an einen Quereinsteiger abgeben könnte. Wenn du Interesse hast, fang an zu Networken und melde dich bei mir :D