Regelmäßig wiederkehrende Einnahmen / Ausgaben

  • Guten Abend zusammen!


    Ich hoffe, ihr genießt momentan alle die Festtage :)


    Ich beschäftige mich momentan mit der Thematik der regelmäßig wiederkehrenden Einnahmen/Ausgaben. Das grundsätzliche Prozedere habe ich verstanden. Was mir jedoch nicht ganz klar ist: Was genau fällt alles in die Kategorie "regelmäßig wiederkehrende Einnahmen/Ausgaben"?


    Miete, Strom, usw. sind da die gängigen Beispiele.


    Aber gibt es eine genaue Definition? Ich bin mir zum Beispiel bei ebay-Gebühren nicht sicher. Die ebay-Gebühren für den Dezember werden in der Regel innerhalb der ersten 10 Januar-Tage beglichen und müssten gemäß der 10-Tage-Regelung dann trotz Zufluss-Abfluss-Prinzip (EÜR) als Ausgaben im Jahr 2012 verbucht werden. Allerdings ja nur, wenn es sich hierbei um "regelmäßig wiederkehrende Ausgaben" handelt.


    Aber gehören ebay-Gebühren in diese Kategorie? ebay-Gebühren fallen (sofern man jeden Monat dort anbietet) jeden Monat an und sind somit regelmäßig und wiederkehrend, wenn ich mich nicht irre. Jedoch meine ich auch gelesen zu haben, dass "regelmäßig wiederkehrende Ausgaben" auf einem Dauerschuldverhältnis beruhen müssen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob es sich bei den ebay-Gebühren um ein Dauerschuldverhältnis handelt.


    Ich gehe davon aus, dass viele Händler sich mit den ebay-Gebühren (im Zusammenhang mit "regelmäßig wiederkehrenden Ausgaben") beschäftigen müssen. Weiß jemand, wie das genau geregelt ist? Handelt es sich um regelmäßig, wiederkehrende Ausgaben und müssen diese somit dann im Vorjahr verbucht werden?

  • bin mir nicht 100% sicher, aber eben weil ebay-gebühren weder zwangsläufig noch regelmäßig anfallen (du könntest im Dezember ja auch Urlaub gemacht haben, dann keine Gebühren im Januar) und weil die Höhe dieser Gebühren ja schwankend ist würde ich die nicht als regelmäßig wiederkehrend bezeichnen ...


    Miete, Energiekosten, Leasingraten ... hingegen werden ja hingegen unabhängig von einem eventuellen Urlaub, oder einer Umsatzflaute o.ä. trotzdem immer fällig (und auch nahezu immer in gleicher Höhe)

  • Hallo Thomas!


    Vielen Dank für die Antwort!


    Wenn selbst du die genaue Antwort auf meine Frage nicht kennst, bin ich schonmal beruhigt, dass es sich scheinbar doch nicht um so eine "platte" Frage handelt, wie ich zunächst befürchtete. Ich dachte zunächst, dass das hier sicher schon thematisiert wurde, konnte zu dem Thema jedoch bislang nirgends einen hilfreichen Beitrag finden.


    Also dass die Höhe der Gebühren schwankend ist, dürfte eigentlich keine Rolle spielen. Ich hatte zumindest gelesen, dass regelmäßig wiederkehrende Ausgaben nicht unbedingt in gleicher Höhe anfallen müssen, damit man von der 10-Tage-Regelung Gebrauch machen muss.


    Was mich jedoch verunsichert, ist genau das, was du auch geschrieben hattest: Die Gebühren müssen nicht zwangsläufig jeden Monat anfallen. Und es besteht auch kein klarer Vertrag, dass man auf jeden Fall am Anfang Januar etwas zahlen muss. Anders als bei der Miete: Dem Vermieter dürfte es egal sein, ob man im Dezember Umsätze gemacht hat. Da besteht ein Vertrag und der besagt dann eben, dass im Januar die Miete für den Dezember zu überweisen ist (als Beispiel).


    Ganz sicher bin ich mir dennoch nicht und ich wundere mich ehrlich gesagt, dass man zu dem Thema ebay-Gebühren so wenig findet. Diese Thematik müsste eigentlich jeden Unternehmer betreffen, der bei ebay Artikel anbietet/verkauft und den Gewinn nach EÜR ermittelt.


    Eine weitere Frage, die leichter zu beantworten sein müsste:
    Der Warenverkehr ist keine regelmäßig wiederkehrende Einnahme/Ausgabe, richtig? Wenn man Waren am 30.12. liefert und am 3.1. bezahlt wird, ist dies ein Umsatz im Januar (Zahlungszeitpunkt) und die 10-Tage-Regelung darf nicht angewendet werden, oder? Und das Gegenbeispiel: Man erhält Waren am 30.12. und bezahlt diese am 3.1. = Ausgabe im Januar (Zahlungszeitpunkt), gilt somit nicht als Ausgabe für das Vorjahr?

  • deine zweite Frage ist eigentlich einfach zu beantworten: bist du Soll-Versteuerer oder Ist-Versteuerer?


    -> http://www.gesetze-im-internet.de/ustg_1980/__20.html
    -> http://www.werk-ost.de/selbsta…ung-oder-istversteuerung/


    Ist-Versteurer. Von daher ist normalerweise der Zahlungszeitpunkt entscheidend und deiner Nachfrage entnehme ich indirekt, dass der Warenverkehr nichts mit der 10-Tages-Regelung zu tun hat, da der Warenverkehr vermutlich keine regelmäßig wiederkehrenden Einnahmen darstellt :) (andernfalls bitte korrigieren)

  • nein, Wareneinkauf bzw. -verkauf ist nun mal wirklich keine regelmäßig wiederkehrende Einnahme ...


    wobei das zumindest für den Verkauf eine wirklich schöne Sache wäre :D
    Einkaufrechnungen finde ich hingegen eher störend im Geschäft :p

  • Prima, dann scheint das ja eindeutig zu sein :)


    Ein Mal muss ich das Ganze noch verkomplizieren :P Wenn man seine Umsätze nicht direkt vom Kunden erhält, sondern Waren über eine Plattform verkauft und von dieser Plattform alle 3 Wochen die Umsätze "gebündelt" in 1 Überweisung erhält. Handelt es sich dann um eine regelmäßig wiederkehrende Zahlung? Dagegen würde das gleiche Argument sprechen, das wir auch bei den ebay-Gebühren hatten: Wenn mal 3 Wochen schlecht laufen, erhält man eben keine Zahlung und somit ist das "regelmäßig wiederkehrend" nicht zwangsläufig gegeben.


    Sicher bin ich mir dennoch nicht, da ich leider keine eindeutige Definition des Begriffs "regelm. wiederkehrende Einnahme/Ausgabe/Zahlung" finden kann.

  • Hallo...


    ich bin zwar ganz frisch hier im Forum, möchte jedoch kurz auf die Frage eingehen, da ich erst Anfang Dezember ein Seminar zur Buchführung besucht habe. Wir hatten eine Teilnehmerin, die sich mit einem Ebay-Shop selbstständig gemacht hat. Und genau diese Frage hatte sie auch gestellt, ob die Gebühren als "regelmäßig-wiederkehrende Ausgabe" verbucht werden kann. Unser Seminarleiter verneinte dieses Frage, eben mit der Begründung, dass die Gebühren in einem Kalenderjahr nicht gleichbleibend anfallen.

  • Vielen Dank für die Antwort!


    Also ich glaube mittlerweile auch, dass ebay-Gebühren vermutlich nicht zu den regelm. wiederkehrenden Ausgaben gehören.


    Die Begründung des Seminarleiters hinkt aber etwas, finde ich. Demnach dürften auch Umsatzsteuervorauszahlungen im Zuge einer Umsatzsteuervoranmeldung nicht zu den regelmäßig wiederkehrenden Ausgaben gehören, da die Zahlungen in der Höhe auch variieren. Meinem Wissen nach gehören diese aber zu den regelm. wiederkehrenden Ausgaben - zumindest greift auch dort die 10-Tage-Regelung.