19347503. Mal die 50000€ Grenze

  • Hallo Leute,


    ich habe mir jetzt die FAQ von Kleinunternehmer für die 50000€ Grenze durchgelesen, allerdings habe ich dort nicht meinen Fall gefunden und aus der Sufu konnte ich auch keine für mich geltende Antwort finden bzw. waren sich die Forenmitglieder oft nicht einig, wie es wirklich ist..


    Jetzt zu meinem Anliegen:


    Ich habe am 15. Januar mein Nebengewerbe eröffnet. Ich habe Anfangs nur mit Z-Performance Felgen (Auto) gehandelt, inzwischen habe ich auch noch Fahrwerke von AP, KW, St und Spurverbreiterung im Sortiment.


    Die ersten 1-1,5 Monate lief alles extrem schleppend an (Außerhalb der Hauptsaison) und in dem Zeitraum habe ich nur einen Felgensatz verkauft (~1200€ Umsatz). Jetzt sieht es aber ganz anders, da die Sommersaison näher kommt. Ich habe letzte Woche knapp 8k€ Umsatz. Nur am Freitag waren es weitere ~6k€ Umsatz und gestern am Samstag wieder ~3k€.


    Ich gehe also davon aus, das ich dieses Jahr noch locker über die 50k€ komme, womit ich absolut nicht gerechnet habe!


    Manche sind jetzt der Meinung das man nur das was über die 50000€ kommt versteuert werden muss, andere das erst nächstes Jahr Umsatzsteuer gezahlt werden müssen.
    Und noch einige, dass das gesamte Jahr versteuert werden muss mit der USt.


    Wie ist es denn jetzt wirklich?


    Weil wenn ich das gesamte Jahr rückwirkend versteuern muss, wäre das ein riesen Problem, da ich ja keine Vorsteuer geltend machen kann (soweit ich weiß). Dann würde ich später mehr Umsatzsteuer bezahlen, als ich überhaupt Gewinn habe...


    Ich würde mich über hilfreiche Antworten freuen und bedanke mich einmal bereits im voraus.


    Gruß
    Jannis

  • Ein eingetragener Kaufmann (e.K.) ist noch was anderes. Eigentlich musst du nur dem FA mitteilen, dass du von der "Kleinunternehmerregelung" keinen Gebraucht mehr machen möchtest. Dann bist du einfach Unternehmer (kein Kaufmann), wie zuvor auch :)
    Im Idealfall kannst du direkt zu deinem FA gehen und deinen Sachbearbeiter fragen. Von Angesicht zu Angesicht geht das besser, meiner Meinung nach.
    Und wenn sich dein Geschäft weiterhin so gut entwickelt, lohnt sich auch ein Steuerbüro, dass sich um deine FA-Angelegenheiten kümmert.


    Erst ab 50.000 Euro Gewinn im Jahr ergeben sich noch mal Änderungen, die es zu beachten gilt.


  • Manche sind jetzt der Meinung das man nur das was über die 50000€ kommt versteuert werden muss, andere das erst nächstes Jahr Umsatzsteuer gezahlt werden müssen.
    Und noch einige, dass das gesamte Jahr versteuert werden muss mit der USt.


    Wie ist es denn jetzt wirklich?


    Anders. ;)


    Die relevante Umsatzgröße sind nicht die 50.000 von denen du sprichst, sondern die 17.500. Die sind in diesem ersten Jahr deiner Tätigkeit relevant - nicht die 50.000 (die gelten für das Folgejahr, aber nur wenn das vorangegangene Jahr weniger als 17.500 Euro Umsatz gebracht hat). Sobald die 17.500 überschritten sind, bist du im Folgejahr automatisch regelbesteuert. Werden 17.500 Euro Umsatz in einem Jahr überschritten, spielen auch die 50.000 Euro Umsatz keine Rolle mehr.


    Jetzt ist es so, dass du mit hochpreisiger Ware handelst:


    Zitat

    Die ersten 1-1,5 Monate lief alles extrem schleppend an (Außerhalb der Hauptsaison) und in dem Zeitraum habe ich nur einen Felgensatz verkauft (~1200€ Umsatz).


    Und jetzt stellt sich die Frage, wieso du überhaupt die KU-Regelung gewählt hast? Die relevante Grenze von 17.500 Euro Umsatz/Jahr erreichst du ja bereits mit weniger als 15 Verkäufen eines solchen Felgensatzes...


    Und an der Stelle dürfte das Finanzamt sehr geneigt sein zu sagen, das von Anfang an absehbar war, dass du die Umsatzgrenze für die KU-Regelung nicht einhalten kannst. Dann müsstest du auf jeden Fall nachzahlen.


    Den einzig sinnvollen Rat hat Guin dir aber schon gegeben: Wechsel noch zur Regelbesteuerung.


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    P.S.: Ich kenne ja deine Marge nicht, aber du musst darauf achten, dass deine nebenberufliche Selbstständigkeit nicht zur Haupttätigkeit wird, das weisst du?


    Achso ok ;)


    Hört sich auch gut an, bin ich dann auch vorsteuerabzugsberechtigt?


    Ja, natürlich.


    Zitat

    Ich dachte das geht erst ab dann, wenn man mindestens Kaufmann ist.


    Nein, das hat damit überhaupt nichts zu tun. Hoffentlich hast du dich auf das Thema Selbstständigkeit gut vorbereitet...

  • Ja ok ;)


    Ja das mit der nebenberuflichen Selbstständigkeit - darf nicht zur Haupttätigkeit werden - ist da auf den zeitlichen Aspekt bezogen? (davon gehe ich mal aus, was du damit meinst)

  • Ja ok ;)


    Ja das mit der nebenberuflichen Selbstständigkeit - darf nicht zur Haupttätigkeit werden - ist da auf den zeitlichen Aspekt bezogen? (davon gehe ich mal aus, was du damit meinst)


    Nein, auch auf den finanziellen - deshalb habe ich deine Marge und damit den Gewinn angesprochen.


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  • Dann wird das immer von dem dementsprechenden Gewinn abgezogen, welches ich im Nebengewerbe habe. (Je nach dem, wie viel es in dem jeweiligen Monat ist?! )


    Dafür würde das ganze dann nicht mehr beim Hauptberuf abgezogen werden ?

  • Dann wird das immer von dem dementsprechenden Gewinn abgezogen, welches ich im Nebengewerbe habe. (Je nach dem, wie viel es in dem jeweiligen Monat ist?! )


    Erstens: Es ist eben kein Nebengewerbe mehr, wenn damit der Hauptteil deines Einkommens erzielt wird und zweitens: Nein, da wird nichts vom Gewinn abgezogen. Du musst dich selbst versichern und selbst dafür sorgen, dass die Beiträge jeden Monat bezahlt werden. Die Höhe der Beiträge ist vom Jahreseinkommen abhängig, nicht vom Monat. Deine Sozialversicherungsbeiträge haben auch mit deiner Gewinn- und Verlustrechnung des Gewerbes nichts zu tun, das sind Aufwendungen der privaten Lebenshaltung (die du dann in der Steuererklärung angeben kannst, aber eben nicht in der EÜR).


    Meinst du nicht, es wäre sinnvoll, wenn du mal einen Termin beim Steuerberater machen würdest?


    Zitat

    Dafür würde das ganze dann nicht mehr beim Hauptberuf abgezogen werden ?


    Ja. Aber das heisst dann eben auch, dass der Arbeitgeber seinen Arbeitgeberanteil nicht mehr bezahlt, du musst deine Beiträge eben komplett selbst bezahlen ...


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