Mit Kleingewerbe Rechnung stellen an anderen Gewerbetreibenden

  • Guten Tag,


    ich habe im Rahmen des Studiums mit ein paar Leuten ein Projekt umgesetzt, durch welches wir Geld erhalten.


    Nun ist es so, dass einer die Rechnung für den Kunden schreiben soll, und daraufhin das Geld an die anderen im Projekt aufteilt.
    Ist das denn so ohne weiteres möglich, wenn alle anderen ebenfalls ein Gewerbe haben? Ohne müsste ich die anderen bei mir feste einstellen, damit sie von mir bzw von dem Projekt Geld erhalten können?


    Unser Dozent möchte auch Geld haben, allerdings weißen wir, da es ein kleinerer Betrag ist, keine Umsatzsteuer aus. Er möchte also nun das Geld quasi in Bar haben, da er zwar auch ein Gewerbe hat, allerdings kein Kleingewerbe. Er möchte nun das Geld ohne Rechnung haben, da er sonst die Umsatzsteuer zahlen müsste, da wir diese ja vom Kunden nicht eingefordert haben.
    Hier denke ich ist es aber klar, dass das Steuerhinterziehung ist, wenn man das Geld einfach ohne Rechnung überweist.


    Ich würde mich sehr freuen, wenn mir jemand helfen könnte.


    Lieben Gruß, vielen Dank und ein schönes Wochenende.


  • Ist das denn so ohne weiteres möglich, wenn alle anderen ebenfalls ein Gewerbe haben?


    Ja.


    Zitat

    Ohne müsste ich die anderen bei mir feste einstellen, damit sie von mir bzw von dem Projekt Geld erhalten können?


    Nein.


    Zitat

    Unser Dozent möchte auch Geld haben, allerdings weißen wir, da es ein kleinerer Betrag ist, keine Umsatzsteuer aus.


    Mit dem einzelnen Rechnungsbetrag hat das nichts zu tun – entweder Kleinunternehmerregelung -> dann NIE Umsatzsteuer ausweisen oder regelbesteuert -> dann IMMER Umsatzsteuer ausweisen.


    Zitat

    Er möchte also nun das Geld quasi in Bar haben, da er zwar auch ein Gewerbe hat, allerdings kein Kleingewerbe.


    Hä?


    Zitat

    Er möchte nun das Geld ohne Rechnung haben, da er sonst die Umsatzsteuer zahlen müsste, da wir diese ja vom Kunden nicht eingefordert haben.


    Wenn er euch eine Rechnung stellt und er regelbesteuert ist, weist er die Umsatzsteuer aus, die bezahlt ihr, er führt sie nur ans Finanzamt ab.


    copy


  • Ist das denn so ohne weiteres möglich, wenn alle anderen ebenfalls ein Gewerbe haben?


    Ja das ist möglich, selbst wenn sie kein Gewerbe angemeldet haben ist das möglich. (Bei einmaligen Aktionen ist keine Gewerbeanmeldung notwendig.)



    Zitat

    Hier denke ich ist es aber klar, dass das Steuerhinterziehung ist, wenn man das Geld einfach ohne Rechnung überweist.


    Nein, bei einem kleinen Betrag ist es meines Erachtens eine Steuerverkürzung (§378 AO) und das ist keine Straftat. Dieses ist nur als Ordnungswidrigkeit zu ahnden (Bußgeld bis 50.000€) und diese Owi begeht nur der Dozent. Für Dich wäre es nur Beihilfe aber Beihilfe ist nur bei Straftaten relevant.

  • Danke für die Antworten.


    Genau, mein Dozent möchte keine Rechnung schreiben. Für mich macht es aber dennoch keinen Sinn, dass ich dem zustimme. Auch wenn das für mich keine rechtlichen Konsequenzen haben sollte. Wenn doch habe ich Probleme, und das nur, weil mein Dozent den Betrag ohne Rechnung haben möchte.


    Der Betrag um den es geht beläuft sich schon auf ca 2000€. Ich meine man darf nur um die 1000€ im Jahr verdienen ohne Gewerbe. Meine man sagte mir mal beim Finanzamt 100€ pro Monat. Dass Einmalzahlungen ohne Gewerbe möglich ist wusste ich nicht. Werde das aber noch einmal nachlesen.


    Danke

  • o.O .. OK, das hatte ich bei "ein kleinerer Betrag" nicht erwartet. 2000 Euro ... nee, das würd ich ohne Rechnung auch nicht machen. Du brauchst ja auch einen Beleg für Deine Ausgabe, sonst kannst Du es ja nicht von Deinem Gewinn abziehen und müsstest es mit versteuern. Für einen Eigenbeleg ist der Betrag viel zu hoch.


    Die Umsatzsteuer muss er allerdings in seine Rechnung schreiben und von Dir bekommen - ob die in den 2000 mit drin sind, ist quasi Verhandlungssache, aber ich nehme mal an, die wirst Du zusätzlich zahlen müssen. Aber das gehört dazu.


    Was die Grenzen beim Gewerbe angeht - ich hab schon öfter gehört, daß das Finanzamt Dinge sagt wie "bis 100 Euro im Monat ist in Ordnung". Stimmt aber so nicht, es kommt nicht auf die Höhe an, sondern auf die Gewinnerzielungsabsicht und ob es auf Dauer ausgelegt ist. Letzteres ist bei Dir aber wohl nicht der Fall, sollte also kein Problem sein. Man muss es halt trotzdem versteuern^^

  • Dte.


    Der Betrag um den es geht beläuft sich schon auf ca 2000€.
    Danke


    Bei 2000€ würde ich da auch nicht mehr mitmachen. Wenn es eine Null weniger wäre könnte man ja mal ein Auge zudrücken.
    Da käme bei mir Moral vor Strafrecht.