Windows 10 Creators Update

  • Hallo,


    mit dem Creators Update ist Windows 10 nochmal etwas „runder“ geworden. So langsam wird das wieder eine in sich konsistente Oberfläche. Noch immer polarisiert der vergleichsweise radikale Ansatz. Wie ist eure Meinung zu Windows 10 und welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Ich würde ja zu gerne mal für einige Zeit komplett auf einen Mac umsteigen, vor allem um zu sehen was so viele daran schätzen, aber immer wenn ich kurz davor bin mir einen Mac anzuschaffen, ändert Apple wieder irgendwas, was mir überhaupt nicht gefällt, beim neuen MacBook bspw. das riesige Touchpad und die seltsame Touchbar und der Verzicht auf übliche Anschlüsse. Kein einziges meiner Geräte nutzt USB-C. Und daran wird sich in absehbarer Zeit wohl auch nichts ändern.


    Beste Grüße


    Gerhard

  • Sodale. Nach inzwischen einem Monat einfach mal ein kurzer Erfahrungsbericht. Läuft. Aber insgesamt geht es mir irgendwie zu langsam, bis endlich die Altlasten rausfliegen, und macht nicht doch noch hin und wieder auf Fenster stößt die es so bereits unter Windows NT gab und seitdem wenn überhaupt nur leicht angepasst wurden. Verwendet hier niemand Windows 10 oder funktioniert es einfach so klaglos, dass es sich nicht lohnt darüber groß zu diskutieren?

  • Ich kann dazu leider nichts beitragen, weil ich keine Zeit mehr in dieses Betriebssystem investiere. Vorgestern hatte ich mal wieder dieses "Etwas" gestartet und wollte schließlich wieder auf Mint wechseln. 15 Minuten habe ich mir das Zwangsupdate angeschaut und schließlich die Reset Taste gedrückt.

    Gruß HMV

  • Hallo HMV,


    gerade im Homebereich, und nur da gibt es die Zwangsupdates, finde ich automatische Updates sehr sinnvoll. Wer sich nicht täglich damit beschäftigt, kann noch nicht mal grob einschätzen, welches Risiko er eingeht, indem er darauf verzichtet ausstehende Sicherheitsupdates zu installieren. Aber auch Im beruflichen Umfeld reicht bereits ein ungepatchtes System, um die Sicherheit des gesamten Netzwerks zu gefährden, und da denke ich noch gar nicht mal so sehr an Windows-Rechner, sondern an oftmals beim regelmäßigen Update vergessene Drucker, Accesspoints oder Netzwerkspeicher. Darauf laufen oftmals stark veraltete Linux-Versionen mit längst bekannten und leicht ausnutzbaren Sicherheitslücken.


    Klar, ein selbst auf schnellen Systemen eine Stunde dauerndes Update ist erstmal etwas nervig, aber man hat ja die Möglichkeit den Zeitpunkt der Installation zu planen, und das Update dann durchzuführen, wenn man den Rechner nicht benötigt. Die Updates laufen auch erstaunlich problemlos. Von Microsoft kann man halten was man mag, aber in letzter Zeit unternehmen sie viele erstmal sehr mutige aber zugleich auch notwendige Schritte, und scheuen sich auch nicht gewohnte Dinge in Frage zu stellen und zu überdenken. Das kannte man bisher nur von Apple.


    Insofern finde ich macht Microsoft durchaus vieles ziemlich richtig.


    Beste Grüße


    Gerhard

  • Hallo Gerhard,
    im beruflichen Umfeld geht sicherlich kein Weg an Windows vorbei. Natürlich möchte ich keine Diskussion entfachen, welches das bessere Betriebssystem ist. Privat habe ich für mich entschieden, dass ich auf Dauer mit Linux besser fahre. In den vielen Jahren wo Windows mein Begleiter
    war, habe ich viel Zeit dafür verwendet das System zu pflegen.

    • Festplatte bereinigen, defragmentieren
    • Registry bereinigen, unvollständige Deinstallationen
    • Neuinstallation, weil mal wieder der MBR sich verabschiedet hatte
    • Regelmäßiger Virenscan
    • Sicherungen anlegen, die natürlich später nicht funktionierten, weil ich nicht auf dem Schirm hatte das man eine Wiederherstellungs DVD brauch
    • oder Sicherungen beendet wurden, weil dies im Konflikt mit aktuellen Service Pack stand

    Nach dem Schwenk auf Linux stellte ich erstaunt fest, so etwas ist nicht mehr nötig. Ich meine ich habe jahrelang alle möglichen Tuning Tips und Tricks aus den PC Zeitschriften aufgesaugt um Windows am Laufen zu halten. Sorry, jetzt habe ich schon wieder Werbung für Linux gemacht! :D
    Das ein Umdenken bei MS entstanden ist, begrüße ich sehr.

    Generell finde ich den Look und das Feeling von Windows 10 ansprechend. Das nach Hause funken von Nutzerdaten hat mich allerdings schon immer sehr gestört. Für viele Anwender ist dies eher sekundär oder tritt stark in den Hintergrund.


    Was veraltete Linux Software auf Druckern, Accesspoints oder Netzwerkspeichern angeht, ist ein echtes Problem. Jedes System ist nur so gut, wie es gepflegt wird. Das Sicherheitskonzept von Linux mit der klaren Rechtestruktur gefällt mir besser. Schreibversuche in die Systemverzeichnisse werden vom Kernel konsequent blockiert.

    Windows ist aus meiner Sicht offen wie ein Scheunentor. Die üblichen Infektionswege laufen bei Win über die Einsprungadresse des File Handlers.
    Da die Adresse wechselt wird in einer NOP (Tu nichts Schleife) der Adressraum abgesucht und wenn gefunden kann der Schadcode aus dem Netz den eigentlichen Virus laden und mit dem File-Handler auf Platte schreiben und ausführen.

    Aber ich plaudere schon wieder zu viel aus dem Nähkästchen.


    Was hat es nun mit dem Windows 10 Creators Update auf sich:

    • Bereich Spiele, Game-Modus, Live-Streams, Turnier Modus
    • Paint 3D: Neue Zeichen-App für 3D
    • Änderungen bei der Darstellung und den Einstellungen
    • Registry-Editor aufgeppt
    • E-Books im Edge-Browser lesen und neue Vorlesefunktion
    • Änderungen bei der Windows-Neuinstallation
    • Sprachassistentin Cortana verbessert
    • die Liste ist noch länger (nur was ich spontan gefunden habe)

    Gruß HMV

  • Ich find's dabei halt immer interessant, dass bei Windows meist Punkte angesprochen und kritisiert werden, die vor Jahren durchaus Probleme waren und regelmäßig vorkamen, bei aktuellen Windows-Versionen aber praktisch nicht auftreten. Virenschutz und Sicherungen, okay, die sind und bleiben ein Thema, aber erstmal völlig unabhängig vom verwendeten Betriebssystem. Wenn jemand unter Linux seine Daten nicht sichert, dann müssen sie ebenfalls an und für sich bereits als verloren gelten. Die vorhandenen Bordmittel sind notfalls schon ausreichend bzw. zumindest besser als nichts. Viren und Linux, schwierig, denn sie sind zumindest nicht unmöglich und die Anwender wären vermutlich größtenteils unvorbereitet.


    Unter Windows 10 kann man ziemlich genau festlegen, welche Daten zu welchem Zweck übertragen und ausgewertet werden dürfen, klar, da ist man auf die Angaben von Microsoft angewiesen, aber jedem muss klar sein, dass viele der heute erwarteten Funktionen ein leistungsfähiges Serversystem im Hintergrund voraussetzen. Die reinen Diagnosedaten haben wohl zumindest laut entsprechenden Tests kaum zugenommen. Das wirklichen Sicherheitsprobleme verursacht meist unabsichtlich der jeweilige Nutzer, indem er Sicherheitsupdates nicht einspielt und Sicherheitsfunktionen nicht aktiviert bzw. gezielt deaktiviert, wie wir leider immer wieder feststellen.


    Linux oder Windows, die Frage stellt sich für mich nicht, denn mit Linux kenne ich mich einfach zu wenig aus.

  • Gerhard,

    wenn du die Sicherheit von Hard- & Software ansprichst, gilt leider der Grundsatz "Sicher ist, dass nichts sicher ist. Selbst das nicht." Bei der IT-Sicherheit gibt es drei Hauptschutzziele.

    • Vertraulichkeit
    • Verfügbarkeit
    • Integrität

    Für das Stichwort Vertraulichkeit gilt z.B. per Definition:


    Daten dürfen lediglich von autorisierten Benutzern gelesen bzw. modifiziert werden, dies gilt sowohl beim Zugriff auf
    gespeicherte Daten, wie auch während der Datenübertragung.


    Durch Edward wurde uns deutlich gemacht, dass Vertraulichkeit kaum existiert. Heute herrscht das Chaos, wir haben keine Kontrolle mehr über unsere Daten. Die Frage lautet daher, wie können wir die Kontrolle wiedererlangen.

    Hinzukommt, dass Sicherheit mit dem Komfortbedürfnis der Anwender in Konflikt gerät. Beides beißt sich und es müssen daher faule Kompromisse eingegangen werden.


    Moderne Betriebssysteme wie Windows 10 und Mac OS X Yosemite können das Schutzziel Vertraulichkeit kaum oder gar nicht gewährleisten. Als Alternative steht uns nur Linux zur Verfügung, wobei hier auch keine vollständige Sicherheit gegeben ist.
    Mit Linux kann ich zumindest das Risiko minimieren.

    Ein einigermaßen "sicheres" System lässt sich aus meiner Sicht nur mit einer Linux Distribution verwirklichen.
    Die Linux Distributionen sind Open Source. Die Entwickler würden schnell merken, wenn in die Distro Source Code eingebaut wird, der fragwürdig erscheint. Open Source kann man durch unabhängige Institutionen einem Audit, einer Prüfung unterziehen.
    Bei MS und Apple ist dies schon aus kommerziellen Gründen ausgeschlossen.



    Gruß HMV

  • Umgekehrt könnte man jedoch auch sagen, dass hinter Windows und Mac OS ein Unternehmen steht, das schon alleine aus kommerziellem Interesse eventuelle Zugriffe von staatlicher Seite verhindert, denn sie würden sich damit für zahlreiche Kunden disqualifizieren. Ein schönes Beispiel ist die Weigerung von Apple, Ermittler beim Zugriff auf iPhones zu unterstützen, obwohl sie zumindest bei älteren iOS-Versionen durchaus die Möglichkeit gehabt hätten.


    Linux bietet generell erstmal die Möglichkeit, den Quellcode zu überprüfen, wobei man sich da denke ich auch fragen muss, ob das auch wirklich jemand macht, und wenn er es tut, ob er versteht was er da liest. Da gab es gleich mehrere Beispiele sehr gravierender Sicherheitsprobleme, die über Jahre nicht gefunden bzw. zumindest nicht behoben wurden.


    Angesichts der Vielzahl von Distributionen, von denen einige ganz offen nach Hause telefonieren, kann man denke ich nicht pauschal sagen, Linux ist was auch immer, sondern die Aussage kann man jeweils nur für die geprüfte Distribution und die spezifische Version treffen.


    Ich denke die Kontrollmöglichkeit besteht wohl größtenteils rein theoretisch.

  • Da gab es gleich mehrere Beispiele sehr gravierender Sicherheitsprobleme, die über Jahre nicht gefunden bzw. zumindest nicht behoben wurden.

    Ein Programmierer macht durchschnittlich pro 1000 Zeilen Code einen Fehler. Diese müssen nicht unbedingt die Funktionalität einschränken, sondern können im ungünstigsten Fall einen Speicher oder Pufferüberlauf auslösen, wodurch die Burgmauer ein kleines Loch bekommt.
    Irgendwo habe ich mal gelesen, dass ein Herr vom Chaos Computer Club seinen Rechner im Panzerschrank ohne Verbindung (Netzwerkkabel) nach außen aufbewahrt. So paranoid bin ich noch nicht, aber kurz davor! :D

    Gruß HMV

  • Stimmt. Interessant wäre allerdings, ob diese erstmal nicht vermeidbaren Fehler in einer organisatorisch stark reglementierten Umgebung nicht viel eher erkannt und beseitigt werden, als wenn ein Entwickler selbständig vor sich hin programmiert und Qualitätskontrollen bestenfalls zufällig stattfinden. Evtl. vorhandene Fehler zu entdecken, indem jemand der darauf aufbaut über diese stolpert, das gibt es denke ich sowohl in einer Community als auch in größeren Unternehmen.