Zweites Gewerbe anmelden oder bestehendes Tätigkeitsfeld erweitern?

  • Hallo allerseits,


    ich bin seit knapp 10 Jahren als Einzelhändler tätig, nun möchte ich nebenbei für verschiedene Auftraggeber Kurierdienste erledigen. Diese Tätigkeit hat also mit meinem angemeldeten Gewerbe nichts zu tun und muss folglich angzeigt werden. Soweit alles klar. Die Frage ist nun ob ich ein neues Gewerbe anmelden soll oder das bestehende erweitern? Vorallem im Bezug auf die Buchhaltung würde mich interessieren, welche Unterschiede sich ergeben.


    Kann ich bei Erweiterung des Gewerbes weiterhin nur eine EÜR für beide Tätigkeiten führen bzw. ist bei einer Neuanmeldung eine separate EÜR zwingend vorgeschrieben? Welche Probleme könnte es geben? Prinzipiell erscheint mir die zweite EÜR als sauberere Lösung, wenn auch aufwendiger.


    Danke für jegliche Hilfestellung


    PS: An Rechtsform und Betriebsstätte würde sich nichts ändern

  • Hallo Mago86,


    bei Erweiterung deiner Tätigkeit kannst du m.E. deine Ein- und Ausgaben natürlich in einer EÜR darstellen. Hier könntest du z.B. verschiedene Erlös- und Aufwandskonten verwenden um für dich eine Übersicht der zwei Bereiche zu schaffen. Natürlich kannst du auch eine separate EÜR für den zweiten Teil erstellen. Spätestens in der Einkommensteuererklärung werden die beiden EÜR dann sowieso zusammengefasst.


    Bei der Anmeldung eines zweiten Gewerbes kannst du m.E. ebenso verfahren.


    Zu beachten ist, das du umsatzsteuerlich nur einmal Unternehmer bist. Das bedeutet du musst jeden Monat die Zahlen deiner beiden Gewerbe zusammenrechnen und in einer Umsatzsteuervoranmeldung zusammen fassen. Dies gilt auch für die Umsatzsteuerjahreserklärung.


    Auch bei der Gewerbesteuererklärung sind die beiden Gewerbe zusammenzurechnen und in einer Erklärung gemeinsam zu erklären.


    Gruß

    Matthias

    Dieser Beitrag stellt keine individuelle rechtliche Beratung dar, sondern gibt lediglich die Meinung des Verfassers wieder.
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    Die Unkenntnis der Steuergesetze befreit nicht von der Pflicht zum Zahlenmüssen. Die Kenntnis aber häufig schon.


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