Stunk im Büro

  • Hallo Leute,


    bei uns gehts im Büro in letzter Zeit super heiß her und die ganze Belegschaft ist genervt. Neulich floßen sogar Tränen. ;(


    Es gibt mehrere Parteien (Zwei Hauptstreitende a 2,3 Personen) und ein paar Untergruppen. Und die gewöhnlichen Lästerer. Die Konflikt-Themen hatten ursprünglich mit den Inhalten der Arbeit zu tun, mittlerweile ist es aber auch persönlich geworden.


    Ich glaube die Ursache ist, dass wir Anfang des Jahres zu viele Neue ins Team bekommen haben und nie Vernünftig für Integration gesorgt wurde... Chanche vertan, jetzt haben wir den Salat.


    Ich bin auf jeden Fall total genervt und will jetzt was unternehmen. Das geht so nicht weiter :cursing:


    Kennt sich irgendwer aus mit so einer groß angelegten Form der Konfliktbewältigung? Muss da Hilfe von Außen her?

  • Dies ist ein sensibles Thema. Eine Lösung für die Konflikte zu finden ist oft sehr schwer. Die Ursache bzw. den Auslöser der Konflikte hast du bereits beschrieben - mangelnde Integration von neuen Mitarbeiter(innen). Dies ist aber nur die Spitze des Eisberges, da gerne auch alte Verletzungen wieder ausgegraben werden und die Sache weiter eskalieren lassen.

    Eine Analyse sollte an erster Stelle stehen. Hierzu sind Einzelgespräche mit jedem erforderlich um zu ergründen wo die Probleme liegen, ohne eine Wertung vorzunehmen (wer Recht oder Unrecht hat spielt keine Rolle). Jeder Mensch hat andere Empfindungen oder eine Schwelle wo für ihn das Fass über läuft.


    Da es schon persönlich geworden ist, bleibt nur die räumliche Trennung der Hauptstreitenden, um eine erste Entspannung rein zu bringen und das sich die Gemüter beruhigen können. Allen mitteilen, dass du an einer Lösung arbeitest, das ein Gespräch mit jedem stattfinden wird, das grundsätzlich keiner Sanktionen zu erwarten hat. Dies ist sehr wichtig!

    Bei den Gesprächen wirst du höchst wahrscheinlich feststellen, dass es um folgende Punkte geht.
    1. fehlender Respekt

    2. Bevormundung

    3. Schikane
    4. Ausgrenzung

    5. falscher Ton


    Das Basis Problem ist, dass man einige Damen und Herren nicht ändern kann, insbesondere wenn sie schon älter sind. Hier geht es um die gute alte Hack-Ordnung. Ich bin älter und der Lehrer - ergo müssen sich die jüngeren unterordnen.

    Das geht schnell in Richtung Mobbing. Gerade bei neue Mitarbeiter(innen) werden Ideen, Anregungen durch alte Hasen blockiert, nach dem Motto, das haben wir schon immer so gemacht. Aus meiner Sicht die absoluten Killerargumente, die eine Firma ruinieren können.
    Sicherlich nervt sowas, doch die Sache ist tot ernst. Das werden viele nicht mehr lange mitmachen. Kündigungen sind die Folge, mit allen Konsequenzen wie Know-How-Verlust etc.

    Du musst deine Truppe jetzt verstärkt führen, Aufgaben konkret verteilen, insbesondere zwischen den zwei Hauptstreitenden. Dabei ist Loyalität und Verständnis für jeden einzelnen oberstes Gebot. In einem weiteren Gespräch mit allen Beteiligten, solltest du klar zum Ausdruck bringen, dass du die o.g. Punkte nicht duldest. Natürlich kann auch externe Hilfe für den Anfang hilfreich sein.

  • Oh man, das klingt ja nicht so toll.


    Wir hatten damals in der Firma auch jemanden der regelmäßig für Stunk gesorgt hat. Vor allem mit den Azubis kam der nicht zurecht und musste immer den Vorgesetzten raushängen lassen. Die beiden Chefs wollte davon nichts wissen und haben dessen Mobbing-Attacken unter "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" verbucht. Für mich ein absolutes "No-Go". Auch als Arbeitgeber hat man eine gewisse Verantwortung den Mitarbeitern und Azubis gegenüber und wenn ein Lehrling schon auf mich zu kommt und mir den Fall schildert muss ich doch aktiv werden.


    Was bei euch da jetzt los ist, ist natürlich von den paar Zeilen schwer zu durchschauen. Insgesamt wäre es natürlich ratsam Einzelgespräche zu führen und zu versuchen die Probleme gemeinsam aufzudröseln. Wenn das gelungen ist, kann man auch mal versuchen das Arbeitsklima und Miteinander entsprechend zu fördern. Viele Betriebe veranstalten ja auch regelmäßig Teambuilding Events. Alles was da in Richtung Outdoor oder Sport geht bietet sich mMn besonders an, weil man sich auch gegenseitig helfen kann/muss um ans Ziel zu kommen. Denke schon dass das einen positiven Effekt auf das Miteinander hat. Man lernt sich da ja auch auf einer ganz anderen Ebene kennen.


    Hab grad mal geschaut und das hier gefunden: https://www.alpha-crew.de/teambuilding-event/

    Sowas in die Richtung wäre doch dann mal ne Maßnahme :)

  • Naja... es gab jetzt eine Ansprache vom Chef. Ganz nach dem Motto, wenn hier das Klima nicht stimmt, dann kann es auch keinen Workflow geben - das hat dann eher noch mal Angst um die Stelle verbreitet.


    Das heißt, jetzt geht es nicht mehr nur um den Streit, sondern jetzt sind die Ellenbogen richtig ausgefahren, weil man ja gekündigt werden könnte. Da soll natürlich der Andere lieber die Schuld bekommen, wenn ein Auftrag nicht richtig läuft.

    Dolle Wurst!

    Ich werde jetzt noch mal einen Streitschlichter vorschlagen. Erst wenn das gut geht, dann können wir übers Team reden. Zukünftig wird aber diese Teambuilding Event Sache sofort gemacht!

  • Die Anmerkung des Vorgesetzten zum "Workflow" kann man unterschiedlich interpretieren. Die Aussage ist aus meiner Sicht nicht eindeutig!

    Schwammige Formulierungen werden oft gewählt, wenn der Redner selber unsicher ist.

    Zu einem guten Teamklima gehören mehrere Faktoren.


    Seitens der Mitarbeiter

    1. Können - ist der Mitarbeiter der Aufgabe gewachsen (hat er das Wissen, Ausbildung dazu)

    2. Wollen - Ist er noch motiviert

    3. Antrieb


    Seitens des Vorgesetzten

    1. Klare Zielvorgaben - Wenn der Mitarbeiter die Ziele nicht kennt, wie soll er dann den Job richtig machen

    2. Ressourcen - Steht das Personal und die Arbeitsmittel ausreichend zur Verfügung

    3. Info - Weiß der Chef was läuft und wo bei den Mitarbeitern der Schuh drückt

    4. Feedback - Gibt er Feedback zur Arbeit, Lob, konstruktive Kritik und korrigiert er Fehlverhalten einzelner oder des Teams

    5. Regeln - zur Erledigung der Arbeit, Verhalten anderer gegenüber

    6. Regelwissen

    7. Dürfen - Mitarbeiter könnten die Arbeit, Thematik erledigen, dürfen es aber nicht

    8. Passende Aufgabe - Passt er überhaupt auf die Stelle, Qualifikation etc.


    Um es krass auszudrücken. Fehlt einer dieser Punkte oder werden sie nicht erfüllt, entsteht ein schlechtes Teamklima. Der Klassiker ist hierbei, dass Mitarbeiter nicht gelernt haben sich anderen gegenüber zu benehmen. Im Gegenzug wird dies durch den Vorgesetzten nicht korrigiert lernt der Mitarbeiter, dass dies keine Konsequenzen hat. Das Kind ist meistens schon durch den Vorgesetzten davor oder noch früher in den Brunnen gefallen.

    Schwierige Mitarbeiter und das daraus entstehende schlechte Teamklima ist unmittelbar ein Produkt aus dem Führungsstiel (Unterlassungen) des Vorgesetzten. Würden sie ihren Job machen, wären schwierige Mitarbeiter und schwache Leistungen ein Fremdwort.

  • Hallo,


    ich halte wenig davon, Menschen aus der Arbeitsumgebung herauszureißen, und irgendwelche Aktivitäten zur Teambildung vorzuschreiben. Für mich klingt das als wäre man bereits bei der Teamzusammenstellung gescheitert. Eine sinnvolle Zusammensetzung ist absolute Grundvoraussetzung. Wir haben bei einem Kunden zahlreiche Projektleiter, die können in kurzer Zeit funktionierende Teams zusammenstellen, aber steck zwei von denen in einen Raum, und es wird ihn nur maximal einer wieder verlassen.


    Der wichtigste Punkt ist denke ich, dass jeder weiß was im Team seine Aufgaben sind, und was genau als Ergebnis von ihm erwartet wird. Wir hatten das vor einiger Zeit im Support unseres Systemhauses. Der vor allem mit weniger erfahrenen Technikern besetzte First Level Support war frustriert, dass er alle Probleme abbekam und in der ihm zur Verfügung stehenden Bearbeitungszeit kaum welche davon lösen konnte. Der Second Level Support beschwerte sich über improvisierte Lösungen.


    Damals ist ein Großteil der Anfragen bis in den Third Level Support durchgeschlagen. Wir haben aber nicht versucht, das Problem dort aufzufangen, sondern den Third Level Support kurzerhand temporär eingestellt, und stattdessen den First Level Support verstärkt. Klar könnte man als erfahrender Techniker viele Probleme direkt beheben, und dabei vielleicht sogar die Bearbeitungszeiten einhalten, aber das löst das Problem nicht, also haben wir exakt die Aufgaben des First Level Supports erfüllt.


    Anfrage annehmen und Problem eingrenzen. Kleinigkeiten mit Bearbeitungszeit unter 15 Minuten sofort beheben. Für das Team hat das extrem viel gebracht, denn der First Level Support wusste genau, was von ihm erwartet wird, und der Second Level Support wusste, auf was er aufbauen kann, und im Third Level Support konnten wir uns endlich wieder auf unsere Projekte konzentrieren.


    Die Kunden waren durchaus etwas irritiert, uns als Innendienst- und Außendienstleitung im First Level Support anzutreffen, aber das hat auch viel dazu beigetragen, uns als Team zu sehen, und nicht den First Level Support als Türsteher vor dem Second Level Support.


    Das erreicht man nicht durch Herumklettern im Hochseilgarten. ;)


    Beste Grüße


    Gerhard

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