Alternative zu DomainFactory gesucht

  • Hallo,


    seit langer Zeit verwende ich überwiegend den noch nie günstigen aber immer sehr überzeugenden Webhoster DomainFactory. Aber seit die Münchner erst durch Hosteurope und dann durch GoDaddy übernommen wurden, hat sich leider vieles verschlechtert, so dass ich mich derzeit nach möglichen Alternativen umschaue. Server in Frankreich. Das aufpreispflichtige Webhosting in Deutschland wurde lediglich nach massiven Protesten wieder ermöglicht. Und das ausgerechnet bei einem Webhoster, der jahrelang mit „Hosting made in Germany“ warb, und für den sich viele gerade deshalb entschieden haben dürften.


    Sicherheitsvorfälle lassen sich vermutlich niemals ganz vermeiden, aber entscheidend ist die Reaktion darauf, und die hat viele sehr enttäuscht. Und nebenbei wurde bekannt, dass den Support teilweise ein ominöser Dienstleister aus der Ukraine übernimmt. Da ist einfach zu viel vorgefallen. Positiv ist weiterhin die technische Leistung. Der Support ist vielleicht etwas langsamer und wortkarger geworden. Aber ich denke es ist an der Zeit weiter zu ziehen.


    Mit welchen Anbietern habt ihr gute Erfahrungen gemacht?


    Beste Grüße


    Gerhard

  • Bisher hatte ich nie einen Grund über Hosteurope zu meckern, dass die Server in Frankreich stehen war für mich persönlich nicht sehr relevant. Den Support habe ich kaum in Anspruch genommen.

    Ein Freund ist mit einem Server bei All-Inkl. und sehr zufrieden. Deren Support war immer sehr freundlich und hilfreich, was vielleicht auch an dem etwas höherpreisigen Produkt lag.


    Neuerdings ist auch ein Auswahlkriterium inwieweit der Provider Let's Encrypt unterstützt. Viele bieten die Unterstützung gar nicht an, da sie natürlich ihre eigenen Zertifikate gegen Aufpreis verkaufen wollen. Da ich keinen Root-Zugriff habe (nur Webspace) muss ich alle 3 Monate die Zertifikate bei HE händisch erneuern. Bei einem kleinen Zoo an Domains kann dies auf die Dauer lästig werden.

    Gruß HMV

  • Gut, Hosteurope ist erstmal raus, denn die sind Ursache für die Probleme bei DomainFactory. Die Unterstützung von Let's Encrypt ist definitiv ein Entscheidungskriterium. Mit den kostenlosen Zertifikaten könnte ich endlich auch kleinere Projekte sauber absichern. Meine nähere Auswahl wären All-Inkl, Hetzner, Mittwald und Webgo.


    Bei All-Inkl hatte ich früher die meisten Websites. Mir war damals die Lücke zwischen Webhosting und Server zu groß, sowohl was die Leistung, als auch was den Preis angeht. Unser aktuelles Paket haben wir bspw. stark angepasst. Das geht bei All-Inkl soweit ich weiß noch immer nicht. Und die Oberfläche schaut auch noch so aus wie vor zehn Jahren.


    Bei Mittwald hatte ich vorgestern ein Paket bestellt, und zwei Stunden drauf erfahren, dass dort aufgrund eines Sicherheitsvorfalls das Kundencenter abgeschaltet wurde und die Passwörter geändert werden müssen. So wirklich testen konnte ich deshalb deren Server nicht. Der Support per Telefon und E-Mail war kompetent und freundlich. Und das trotz und während des Sicherheitsvorfalls. Für die Statusupdates zum Sicherheitsvorfall auf Google Docs zurückzugreifen macht allerdings keinen sonderlich guten Eindruck.

  • Als ehem. Host Europe-Mitarbeiter sollte ich jetzt sicher von HE und DF schwärmen. Sagen wir so: Ich hatte ziemlich nette Kollegen.


    Als ich während der Let's Encrypt-Beta den Vorschlag machte, dies unseren Kunden anzubieten, hat man mich nur müde belächelt. Man sieht ja nun, was daraus geworden ist :D


    Auch wenn das Interface von All-Inkl. einen altbackenen Eindruck macht, so kann ich hier eigentlich nur positives berichten. All unsere Webhosting-Kunden verweise ich dort hin, weil


    - der Support wirklich gut ist

    - der Preis vollkommen in Ordnung ist

    - die Technik im Massenmarkt dem gehobenen Standard entspricht


    Wer sich jedoch die Verwaltung eines Servers zutraut, dem würde ich eine Cloud-Maschine von Hetzner nahelegen. Die Kosten dafür beginnen (inkl. täglichem, automatischen Vollbackup) bei ca. 3,50 Euro und werden stündlich abgerechnet. Die Maschinen lassen sich bei steigendem Bedarf binnen weniger Minuten skalieren, Snapshots und Backups lassen sich als neue bzw. zusätzliche Maschine ebenfalls innerhalb kürzester Zeit aufsetzen, uvm.


    Darüber hinaus bieten die zur Server-Verwaltung auch eine API an, was das Ganze auch für Programmierer attraktiv macht.

  • Hallo Sascha,


    willkommen im Traumprojekt! Generell war Let's Encrypt bzw. dessen Fehlen kein Ausschlusskriterium. Bei einigen Websites haben Zertifikate mit umfangreicher Inhabervalidierung sicher auch durchaus ihre Daseinsberechtigung. Möchte man lediglich dafür sorgen, dass die Kommunikation verschlüsselt erfolgt, dann eignet sich letztendlich jedes Zertifikat.


    Und da wäre es dann halt schon sehr angenehm, ein kostenloses Zertifikat zu erhalten, denn so könnte man auch kleinere Projekte mit Zertifikaten versehen, bei denen sich das bisher nicht rechnete. Aber die Zertifikate sind offenbar für Webhoster ein recht lukratives Geschäft. Und diese Kuh möchte man offenbar melken so lange es nur irgendwie geht.


    All-Inkl., das ist so ein Thema, klar, die Leistung passt und der Support auch, aber DomainFactory war da einfach noch einmal besser.


    Den Anbieter habe ich damals vor allem verlassen, weil ich unkompliziert auch Hosted-Exchange-Postfächer nutzen wollte, ohne gleich für die ganze Domäne die MX-Einträge anzupassen. Aber der Punkt ist weggefallen.


    Die wenigen Anbieter, die beides bieten könnten, Webhosting und Exchange, überzeugen mich allesamt nicht. Also habe ich meine Postfächer auf IMAP umgestellt und die Kalender und Kontakte lokal angelegt und inzwischen kann man auch durchaus damit arbeiten.


    Und wie oben schon gesagt war mir auch die Lücke zwischen Webhosting und Server zu groß. Das größte Webhosting-Paket reicht nicht mehr wirklich aus und der kleinste Server war nicht zu bezahlen. Bei DomainFactory kann man sein Webhosting-Paket deutlich stärker anpassen.


    Ein eigener Server, ja, ich habe darüber nachgedacht, prinzipiell sollte das möglich sein, aber die Frage ist auch, möchte ich mich wirklich laufend damit beschäftigen und kann ich wirklich zuverlässig dafür sorgen, dass mein Wissen und damit der Server auf dem aktuellen Stand bleibt.


    Beste Grüße


    Gerhard

  • Der mit all-inkl zufriedene Freund ist hier ;)

    Unser aktuelles Paket haben wir bspw. stark angepasst. Das geht bei All-Inkl soweit ich weiß noch immer nicht. Und die Oberfläche schaut auch noch so aus wie vor zehn Jahren

    Was genau meinst Du mit stark angepasst?


    Hardwaretechnisch konnten wir bei all-inkl sehr flexibel agieren und uns mehr Arbeitsspeicher, andere Platten usw. wünschen. Die Managed Server Pakete konnten gut angepasst werden.


    Auch wenn mal ein Modul notwendig war, war der Support meistens bereit das zu installieren. "meistens" weil es bei 1-2 Modulen die Antwort gab, dass die das nicht machen, aber dann auch begründet.


    Auch als unsere DB sehr groß wurde und das nächtliche Backup für ne Stunde den Server lahmlegte, war der Support sehr hilfreich. Die haben dann ein individuelles Skript für die Sicherung entwickelt und uns nach der Sicherung immer eine E-Mail mit der Dauer pro DB/Tabelle geschickt. Durch die tabellenweise Sicherung war dann der Server auch nicht komplett blockiert. Das hätte wahrscheinlich besser von Anfang an so laufen sollen (also ohne individuelle Anpassung), aber ich denke unsere DB ging auch etwas am Standard vorbei.


    Insgesamt, nach über 7 Jahren managed Server bei all-inkl bin ich immernoch sehr zufrieden. Auch nachdem wir dieses Jahr auf ein Hosting-Angebot wechseln wollten, weil wir viele Projekte eingestampft haben, lief alles problemlos. Aber ich muss dazu sagen, dass ich keine Vergleichsmöglichkeiten habe, da ich eigentlich nur all-inkl kenne.

    Grüße vom Griechen,
    Cybergreek!

  • Du kannst dir das Paket ziemlich individuell konfigurieren. Performance, Webspace, Mailspace, Datenbanken, Cronjobs, … Wie gesagt ich war mit All-Inkl nie unzufrieden. Ich glaube der Hauptvorteil von DomainFactory war damals die Möglichkeit unkompliziert Hosted Exchange-Konten einzurichten. Aber inzwischen würden IMAP-Konten auch ausreichen.