Nochmal Corel Draw 10...

  • Corel-"Gratisversion" nur halbe Sache


    Großes Medienecho erhält derzeit die Entdeckung, dass den zuletzt veröffentlichten Ausgaben zweier deutscher Computerzeitschriften, der PC Direkt und der Internet Professionell eine zeitlich unbegrenzte Version des Grafikpakets CorelDraw 10 beiliegt. Eigentlich sollten die Heft-CDs nur eine 30 Tage laufende Testversion bieten, doch aufgrund eines Versehens bei der Produktion enthalten die Installationsarchive auch ungesicherte, uneingeschränkt lauffähige Versionen der Programmdateien.


    Corel ist das Problem mittlerweile bekannt. In einer Stellungnahme appelliert das Unternehmen an die Ehrlichkeit der Nutzer: "Corel hat seit langem einen treuen Kundenstamm und wir haben großes Vertrauen in die Benutzer unserer Anwendungen und darin, dass sie sich an die Bedingungen der Lizenzabkommen halten werden." Dagegen kommentierte der Chef-Redakeur von PC Direkt, Thomas Jannot, den Vorgang recht unbedarft: "Unser Verlag hat dadurch keinen Schaden und der Auflage ist es nicht abträglich."


    Der Fehler liege offenbar beim kanadischen Softwarehersteller Corel, meinte der Chef von Internet Professionell. Auch die nächste Ausgabe von PC Professionell soll die fehlerhafte CD noch enthalten: "Es war nicht mehr möglich, die Auflage zu stoppen", meinte deren Chefredakteur. Alle drei Hefte erscheinen bei VNU Business Publications Deutschland GmbH (München). Angeblich soll sich der gleiche Fehler auch auf einer CD eingeschlichen haben, die Corel selbst während der CeBIT kostenlos verteilt hat.


    Wer jetzt allerdings glaubt, hier ein heißes Schnäppchen gemacht zu haben, freut sich aber wohl zu früh: Die CDs enthalten bei weitem nicht die "volle" für bis zu 1200 Mark im Handel erhältliche CorelDraw Graphics Suite.


    So fehlen zahlreiche Hilfsprogramme wie der Bitmap-Vektorisierer "Trace", das Screenshot-Programm "Capture", der Struktur-Generator "Texture" und vor allem jegliche Skript-Fähigkeiten. Die Vollversion von CorelDraw zeichnet Makros über Microsofts Visual Basic for Applications (VBA) auf; der Testversion fehlt die VBA-Unterstützung.


    Somit entspricht ein manipuliertes 30-Tage-Paket noch am ehesten der 350 Mark teuren Studentenversion, die Corel ebenfalls ohne VBA ausliefert – eigentlich aber nicht einmal dieser. Die Testinstallation kopiert 77 Schriften in den Schriften-Ordner; die "Academic Version" enthält 1.000 Schriften. Eine weitere Stärke der Verkaufsversionen sind die umfangreichen Clipart-Sammlungen: Auch diese fehlen auf den Heft-CDs. Zudem wurde die Bildbearbeitung Photo-Paint um alle Plugins (KPT, Squizz) erleichtert. Den auf den Heft-CDs gespeicherten Testversionen fehlen zudem diverse mit CorelDraw ausgelieferten Anwendungen von Drittanbietern, darunter der Font Navigator von Bitstream und die Bilddatenbank Cumulus von Canto.


    Hinzu kommt, dass der Einsatz der geknackten CorelDraw-Testversion schlicht illegal ist – bei der Installation bestätigt der Anwender einen Lizenzvertrag, nach der die Entfernung des elektronischen Verfallsdatums die Lizenz automatisch beendet. Ob gehackt oder nicht: Anwender der 30-Tage-Software besitzen natürlich auch kein Recht auf Updates; die Testversion enthält nicht einmal eine Seriennummer.



    Ohne Worte


    mczac

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